Gastbeitrag
Was sind Drohnen?
Drohnen erleichtern die Bestandsaufnahme und verbessern die Arbeitssicherheit. Die genauen Vorteile und die Funktionsweise erklären Holger Bär und Robert Falkenstein in diesem Gastbeitrag.
Drohnen sind einerseits männliche Honigbienen, andererseits ein Sammelbegriff für unbemannte Fluggeräte. Wenn wir im Kontext Handwerk von Drohnen reden, meinen wir damit meist Mini-Hubschrauber, die ferngesteuert oder autonom fliegen und mit Kameras ausgerüstet sind. Genauso wie der Drohnen-Demonstrator im Schaufenster Bayreuth im Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk (Abbildung 1).
Was sind die Vorteile?
Im Bereich Sanitär-Heizung-Klima wie auch in der Elektrik oder etwa bei der Dachdeckerei sind die Vorteile klar erkennbar: Die Handwerker bekommen einen Einblick aus den verschiedensten Winkeln, ohne selbst aufs Dach steigen zu müssen. Sogar automatisierte 3D-Modelle können mit Drohnen erfasst werden, die für die weiteren Planungen im Bestandsbau oder zur Entfernungsmessung genutzt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern dient auch der Arbeitssicherheit: Denn jeder Ausflug aufs Dach stellt ein besonderes Risiko dar, wenn es sich nicht gerade um ein Hallen-Flachdach handelt.
Die heutigen Drohnen sind inzwischen leistungsfähige Systeme, die wenig gemein haben mit den kleinen ferngesteuerten Modellen aus dem Spielzeugladen. Drohnen stabilisieren normalerweise selbständig ihre Flugbahn, besitzen hochauflösende Kameras und werden per Fernbedienung gesteuert, auf der die Flugrichtung der Drohne angezeigt wird. Mit Apps kann die Flugroute auch im Vorfeld festgelegt werden, um zum Beispiel großangelegte Bilderserien zu machen.
Die Ausgaben halten sich dabei in Grenzen: Drohnen gibt es schon für weniger als 1.000 Euro inklusive Fernbedienung. Der Preis steigt allerdings, je nachdem, welches Zubehör benötigt wird. Eine Kamera ist meist fest eingebaut. Aber wenn die Drohne beispielsweise gleichzeitig Fotos in mehrere Richtungen machen soll, sind weitere Kameras nötig, die den Gesamtpreis erhöhen.
Wie funktioniert es?
Die Startvorbereitungen der Drohnen sind vor Ort rasch abgeschlossen und bei aufgeladenem Akku ist eine Flugdauer von ungefähr 30 Minuten möglich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Drohne zu fliegen. Im sogenannten Live-Modus wird die Drohne in Echtzeit mit der Fernbedienung gesteuert. Diese Variante bietet sich an, wenn Objekte wie Dächer von Nahem betrachtet werden sollen, um schwierig zugängliche Bereiche zu untersuchen. Parallel können Fotos und Videos über die eingebaute Kamera der Drohne aufgenommen und zur Dokumentation genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in der automatisierten Erfassung einer Flugroute, so wie in Abbildung 2 verdeutlicht.
Was gibt es zu beachten?
Wie bei neuen Technologien üblich, fand die Nutzung von Drohnen zunächst in einem rechtlichen Graubereich statt. Inzwischen sind jedoch die europäischen Drohnen-Richtlinien in der deutschen Gesetzgebung umgesetzt worden. Heute können sich DrohnenpilotInnen auf der "Digitalen Plattform Unbemannte Luftfahrt" (dipul.de) über alle Regelungen informieren. Die Plattform wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr und der deutschen Flugsicherung betrieben.
Dort unterscheidet man verschiedene Drohnenkategorien abhängig von Startmasse, Flughöhe und Bauweise. In die offene Kategorie fallen Drohnen, für deren Betrieb keine Genehmigung benötigt wird. Im Bereich Handwerk reicht die offene Kategorie bis 120 m Flughöhe und bis 25 kg bei einem Mindestalter der DrohnenpilotIn von 16 Jahren. Diese Drohnen dürfen ausschließlich in Sichtweite benutzt werden und nur im sicheren Abstand zu Personen. Bei einem Überschreiten von 250 g Eigengewicht der Drohne wird zudem ein Kompetenznachweis gefordert, der sogenannte Drohnenführerschein. Es gibt aber auch Drohnen, die unter 250 g bleiben. In jedem Fall besteht eine Registrierungspflicht, sobald eine Kamera verbaut ist. Die Registrierung kann direkt über die Plattform "dipul" durchgeführt werden.
Dieser Gastbeitrag erschien zuerst in Ausgabe 10_23.













