Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 6\2020
Berlin verdichtet
Zwischen Pankow und Prenzlauer Berg entstand ein modernes Berliner Wohnprojekt durch gelungene Nachverdichtung. Zügig ausgeführt wurden die Bauten mit Betonfertigteilen von Heidelberger Betonelemente.
Im Übergang von dichter Stadtstruktur zur Gegend mit hohem Grünanteil hat sich Berlin nördlich der Bornholmer Straße in den letzten Jahren zu einem begehrten Wohnbezirk entwickelt. Stadtentwicklung, Sanierung, Umnutzung und Neubau haben die Gegend zuletzt spürbar neu belebt.
Auch auf einem Grundstück in der Gotlandstraße ist ein modernes Wohnquartier entstanden. Es befindet sich am nördlichen Rand des Berliner Bezirks Prenzlauer Berg im Übergang zum Stadtbezirk Pankow. Gnädinger Architekten aus Berlin reagierten mit ihrem Entwurf auf den heterogenen Standort und schlossen die offene Ecke des dort noch vorhandenen Blockrands mit einem langen L-förmigen Wohnhaus. Ihr 7-geschossiges Gebäude dockt an eine Brandmauer an und komplettiert den historischen Straßenzug, der aus inzwischen sanierten Altbauten besteht. Im Innern des Blocks schufen die Architekten durch die geschickte Anordnung von drei kleineren Häusern, die auf die vorhandene Höhenentwicklung Bezug nehmen, auch einen attraktiven Hof. Über 130 lichtdurchflutete Wohnungen in unterschiedlichen Größen von 36,2 bis 157,4 Quadratmeter wurden realisiert.
Wohnungsbau mit Betonfertigteilen
In den Neubauten von Gnädinger Architekten sind auf einer Grundstücksfläche von gesamt 7.462 Quadratmeter fast ausschließlich Wohnungen entstanden. Auf die steigenden Baukosten haben die Architekten durch eine rationelle Bauweise reagiert. „Die Anforderungen an den Wohnungsbau steigen stetig. Bewehrte Betonfertigteile bringen hier Zeitersparnis und bieten dadurch auch wirtschaftliche Vorteile“, erläutert Architekt Rolf Gnädinger. Den Rohbau hat das Bauunternehmen J & J Bau und Bauträger GmbH ausgeführt. Das Unternehmen war zunächst auf die Sanierung historischer beziehungsweise denkmalgeschützter Gebäude im lokalen Umfeld fokussiert. Seit einiger Zeit hat der Familienbetrieb, als Generalunternehmer seinen Aktionsradius auf ganz Berlin ausgedehnt.
In der Gotlandstraße führte die Firma die Bodenplatte, Keller- und Tiefgaragenwände der vier Bauten aus wasserundurchlässigem Stahlbeton aus. Außerdem hat sie im gesamten Wohnprojekt 21.000 Quadratmeter Filigrandecken und 15.000 Quadratmeter Doppelwände eingesetzt. Diese wurden in vier der insgesamt sechs Fertigteilwerke der Heidelberger Betonelemente GmbH & Co. KG produziert. Die Doppelwand-Elemente bestehen jeweils aus zwei miteinander verbundenen Betonschalen, deren Zwischenraum auf der Baustelle mit Beton gefüllt wurde. So konnte das Bauunternehmen laut Harald Jahnel wetterunabhängiger arbeiten und hat sich den Einsatz von Schalungen gespart. Die Fassaden zeigen eine Ziegelverblendung und werden von französischen Fenstern und weit auskragenden Balkonen durchbrochen. Nach oben schließt ein verglastes Staffelgeschoss mit Dachterrassen die Baukörper ab, während sich im Erdgeschoss eine Sockelzone mit großformatigen Aluminium-Paneelen vom darüber liegenden, teils abgerundeten Baukörper absetzt.









