Einsatzbericht von Wienerberger
Turley Areal in Mannheim: Eine gelungene Verbindung von Historie und Moderne
Im Rahmen des Turley Areals in Mannheim stellt sich die Frage, wie ein ergänzender Neubau auf den bestehenden Gebäudebestand reagieren sollte und was in diesem Kontext angemessen ist. Max Dudler hat diese Fragestellungen geschickt mit seinem Projekt beantwortet. Das entstandene Quartier verbindet harmonisch das 120 Jahre alte, historische Kasernengebäude mit drei monolithischen Neubauten. Die bemerkenswerte Leistung dieses Projekts wurde mit der Hugo-Häring-Auszeichnung 2023 der BDA Kreisgruppe Mannheim ausgezeichnet und ist zudem im Rennen für den großen Landespreis im Jahr 2024. Es wurde auch für den DAM Preis 2023 nominiert, eine Auszeichnung des Deutschen Architekturmuseums, die herausragende Bauwerke in Deutschland würdigt. "Wenn jahrhundertealte Bausubstanz richtig in die Gegenwart transferiert wird, entsteht daraus moderne, zeitlose Architektur.", sagt Max Dudler.
Die Atmosphäre des Viertels ist geprägt von einer reduzierten Architektursprache, die von der Historie inspiriert ist. Die Bebauung zeichnet sich durch einen klaren Materialkanon und die Verwendung von massiven Poroton-S-Ziegeln von Wienerberger aus, ohne dass zusätzliche Dämmung erforderlich ist. "Es ist einfach, ein Haus mit 100 beliebigen Details zu bauen. Wenn man nur auf 10 Details setzt wie wir, muss jedes Detail
perfekt sein.", so Dudler.
Die Geschichte wird an diesem Ort deutlich spürbar. Die Kaiser-Wilhelm-Kaserne in Mannheim wurde 1899 in Betrieb genommen und diente bis 2007 als Stützpunkt der US-Armee unter dem Namen "Turley Barracks". Seit 2012 wird das ehemalige Kasernengelände in Mannheim in ein neues Stadtquartier umgewandelt, das bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2023 insgesamt 13 Hektar umfasst. Hier entsteht eine urbane Mischung aus verschiedenen Wohnformen, öffentlicher Nutzung und Gewerbe, die Platz für 1.700 Bewohner:innen und 650 Arbeitsplätze bietet.
Im Rahmen dieser Umwandlung des Kasernengeländes umfasst das von Max Dudler gestaltete Quartier zwei Wohngebäude, eine Kita und ein denkmalgeschütztes Kasernengebäude aus der Kaiserzeit. Diese Neubauten bilden gemeinsam mit dem historischen Bestandsbau ein harmonisches Ensemble und gruppieren sich um einen zentralen Stadtplatz. Dieser Platz, der leicht erhöht liegt, ist ein sozialer Treffpunkt für die Bewohner und strukturiert die Freiflächen des Geländes. Die städtebauliche Anordnung berücksichtigt die bestehende Umgebung und schafft Gassen, Rücksprünge und Gebäudehöhen, die sich nahtlos in die Umgebung einfügen. Die neuen Wohngebäude bieten Platz für 19 Wohnungen mit zwei bis fünf Zimmern und sind durch ein gemeinsames Untergeschoss miteinander verbunden, das neben Keller-, Wasch- und Trockenräumen auch eine Tiefgarage beherbergt. Zusätzlich wurden im Erdgeschoss der Wohngebäude Büroflächen und eine Galerie eingerichtet, um den Stadtraum zu beleben. Die Kita bietet Platz für 40 Kindergartenkinder und 20 Krippenkinder.
Die Gebäude in diesem Quartier zeichnen sich durch ihre zurückhaltende, schlichte und geradlinige Erscheinung aus und passen sich harmonisch in die Umgebung ein. Die Auswahl der Materialien und Farben wurde sorgfältig getroffen, um die Verbindung zwischen alter und neuer Architektur zu betonen. Wie Maren Dannien, Architektin aus Tübingen und Jurymitglied der Hugo-Häring-Auszeichnung 2023, betont, beeindruckt dieser Stadtraum mit seiner Atmosphäre, Proportion, Maßstäblichkeit, Ruhe und Lebendigkeit.
Die Bauweise orientiert sich an der Tradition des massiven und einschaligen Bauens, die bereits im 19. Jahrhundert etabliert war und ohne zusätzliche Dämmschicht auskommt. Die Gebäude verwenden nur wenige Materialien: verputzter Ziegel, tragender Stahlbeton, Holz und Stahl. Die Architekten haben sich für Poroton-S-Ziegel von Wienerberger entschieden, die ohne zusätzliche Dämmung ein energetisch effizientes Gebäude im KfW-55-Effizienzhausstandard ermöglichen. Der Poroton S10-MW mit integrierter Mineralwolle-Füllung erfüllte alle Anforderungen an Energieeffizienz sowie Statik, Schall- und Brandschutz, und das in einer Wandstärke von nur 36,5 cm. Die Gebäude sind innen mit einem neutralen Kalkgipsputz und außen mit einem 2 cm starken mineralischen Leichtputz versehen, um Authentizität von beiden Seiten zu gewährleisten und eine solide, nachhaltige Bausubstanz zu gewährleisten.














