6. Deutscher Holzbau Kongress Berlin
Bezahlbarer Wohnraum, Bildungsbauten und der Holzbaupreis Brandenburg/Berlin
Knapp 600 Teilnehmende konnte der diesjährige 6. Deutsche Holzbau Kongress (DHK) in Berlin verzeichnen. Am 20./21. Mai 2025 traf sich die Holzbaubranche im Veranstaltungszentrum MOA, um sich erneut zum Kernthema „Holzbau im urbanen Raum“ zu informieren und sich auszutauschen.
Nach der Begrüßung durch Heinrich Köster, Technische Hochschule Rosenheim, und Johannes Schwörer, Präsident Hauptverband der Deutschen Holz- und Kunststoffindustrie Berlin, startete der erste Veranstaltungstag mit dem Thema „Wandel – Wirtschaft und Klima“.
Eine detaillierte Übersicht zur Wirtschaftsentwicklung in Europa und der Auswirkungen auf Deutschland gab Referent Dr. Thomas Obst vom Institut der deutschen Wirtschaft, Köln. „Nach aktuellen Prognosen wird Deutschland auch im Jahr 2025 erneut in der Stagnation verharren. Die Quartalzahlen für Q1 2025 haben zwar mit 0,2 Prozent Zuwachs positiv überrascht aber die strukturellen Probleme sind längst nicht überwunden“, so Thomas Obst.
Frank Böttcher, Experte für Extremwetter im Klimawandel, veranschaulichte den Stand der Wissenschaft zu extremen Wetterphänomenen im Klimawandel in Deutschland. Sein Fazit: Der Klimawandel ist nichtaufzuhalten, der Zug sei hier bereits abgefahren. Deshalb sei die Anpassung der Markt der Zukunft – Holz ist der ideale Baustoff für Anpassung und Klimaschutz.
Bezahlbarer Wohnbau
In seinem Vortrag „Schaffung bezahlbaren Wohnraums durch Kombination von Aufstockung und Erweiterung mit Kopfbauten“ stellte Christian Czerny, LiWooD München, ein Nachverdichtungsprojekt in Hamburg vor. Zentraler Baustein bei dem Projekt stellte der modulare Holzbau dar. Das Projekt ist Teil des Zukunftskonzepts «Zukunftsbild Horner Geest 2030», das von der Bezirksverwaltung Hamburg-Mitte und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen getragen wird. Mit dem modularen Holzbau entstehen insgesamt 142 moderne Wohnungen mit zwei bis vier Zimmer Wohnungen.
Verleihung Holzbaupreis Brandenburg/Berlin
Die Preisverleihung des Holzbaupreises Berlin-Brandenburg 2025 bildete den Abschluss des ersten Veranstaltungstages. Vier Projekte aus Brandenburg und drei Berliner Projekte konnten die Jury von sich überzeugen – zudem konnten sich noch weitere neun Projekte über eine Anerkennung freuen.
Hauptpreise Brandenburg:
- Kirchenkreiszentrum Lehnin
- Kita Töpchin
- Wilhelm Gentz Grundschule
- Wohnprojekt Leben im Fläming
Hauptpreise Berlin:
- Haus im Park
- LINGOT
- Luisenblock Deutscher Bundestag
Bildungsbauten
Eva Gubalke, Bollinger+Fehling Architekten, stellte in ihrem Vortrag das FU HUB, ein Büro- und Laborgebäude in Berlin vor. Den Holzbau übernahm Terhalle. Die Binder des Holz-Hybridbaus bestehen aus Baubuche, die Kerne aus Stahlbeton und die Fassade aus Holzrahmenbau-Elementen. Auf die Fassade wurde die Vergrauungslasur Keim Lignosil Verano im Farbton 4861aufgebracht.
In ihrem Vortrag „Systemische Holz-Schulbauten: hochwertige Lernräume, die begeistern“ präsentierte Prof. Nicole Kerstin Berganski, Technische Universität Berlin/NKBAK Architekten Partnerschaft, das Bauprojekt Europäische Schule in Frankfurt. Im Jahr 2014 war die Europäische Schule in Frankfurt mit einem akuten Kapazitätsengpass konfrontiert. Eine naheliegende Antwort: ein temporärer Containerbau aus Stahl. Allerdings wurde bei diesem Projekt eine ganz andere Richtung eingeschlagen: Das Ergebnis war ein Gebäude aus vorgefertigten Holzmodulen. Das modulare Gebäude besteht aus insgesamt 98 vorgefertigten Raummodulen. Die Klassenräume bestehen aus drei verbundenen Modulen mit jeweils 3 × 9 Metern.















