Bauwirtschaft
Bauder hält Kurs
Bei der Paul Bauder GmbH & Co. KG aus Stuttgart traf die aktuelle Baukrise auf das größte Investitionsvolumen der Firmenhistorie. Anstatt die geplanten Investitionen aufzuschieben oder gar ganz einzustellen, hielt man beim führenden Hersteller für hochwertige Dachsysteme weiter Kurs: Alle 2021 beschlossenen Produktionserweiterungen und Neubauten wurden wie geplant realisiert und die Präsenz in Europa weiter konsequent ausgebaut.
Bauder 2025: Zahlen, Daten, Fakten
Das in der vierten Generation von den drei Brüdern Jan, Mark und Tim Bauder geführte Familienunternehmen konnte seine Marktführerposition auch in den letzten Jahren weiter ausbauen. Das Umsatzniveau wurde trotz des herausfordernden Umfelds im letzten Jahr sogar leicht ausgebaut: 1750 Mitarbeiter erwirtschafteten 2025 europaweit einen Umsatz von 1130 Mio. Euro (2024: 1112 Mio. Euro). Die Bauder-Gruppe ist nunmehr mit insgesamt 19 Tochtergesellschaften im europäischen Raum präsent. Mit der Eröffnung des ersten französischen Werks im elsässischen Drusenheim verfügt Bauder nun über neun Produktionswerke für seine hochwertigen Dachsysteme.
Steildach-Markt 2025
Der Steildach-Markt zeigte sich 2025 zweigeteilt: Während der Neubau weiterhin auf niedrigem Niveau verharrte, entwickelte sich der Sanierungsbereich sehr positiv. Insbesondere die Aufsparrendämmung mit PU-Hartschaum erreichte ein Rekordniveau, da energetische Modernisierungen für viele Eigentümer deutlich an Bedeutung gewannen. Mit der Vorgabe eines U-Werts von 0,14 rücken effiziente, leistungsstarke Dämmkonzepte weiter in den Fokus, da sich die verschärften Anforderungen wirtschaftlich sinnvoll nur mit hochwertiger Dämmtechnik umsetzen lassen. Daraus ergeben sich spürbare Impulse für den Sanierungsmarkt. Im Neubau hingegen ist auch weiterhin nicht mit einer kurzfristigen Belebung zu rechnen.
Auszeichnungen 2025
Gleich mehrfach wurde Bauder im Jahr 2025 für Qualität, Innovation und Partnerschaft ausgezeichnet. Im Sommer erhielt Bauder die Auszeichnung „Produkt des Jahres 2025“ in der Kategorie „Flachdach“ des dachbaumagazins für das System BauderGREEN Extensivbegrünung Biotop. Im Herbst konnte Bauder im Wettbewerb „Gebäudegrün des Jahres“ des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG) die Kategorie „BuGG-Gründach des Jahres 2025“ mit dem einzigartigen Gründach der Therme Amadé im österreichischen Pongau für sich entscheiden.
Zudem wurde Bauder von der Eurobaustoff erneut zum Top Lieferanten gewählt – bereits zum 16. Mal. Und schließlich überzeugte Bauder auch wieder beim Heinze Architects’ Darling Award auf ganzer Linie: Gold in der Kategorie „Flachdach/Flachdachabdichtung“ sowie Silber in den Kategorien „Objektberatung“ und „Produktkonfigurator“ unterstreichen das hohe Leistungsniveau und die starke Kundenorientierung des Unternehmens.
Investitionen und Ausblick
Die angespannte Lage in den Märkten summierte sich 31 Monate lang, nämlich von Mai 2022 bis November 2024, zur größten Baukrise Deutschlands seit über 20 Jahren mit einem erdrutschartigen Abriss der Nachfrage bei den Baugenehmigungen neuer Wohngebäude. Bei Bauder fiel diese historische Krise zusammen mit der Umsetzung des größten Investitionsvolumens der Firmengeschichte, das 2021 beschlossen wurde.
Trotz dieser äußerst herausfordernden Situation hielt Bauder an allen geplanten Investitionen konsequent fest. „Wir sind ein Familienunternehmen, wir schielen nicht auf Quartalszahlen oder schnelle Gewinnmaximierung, sondern haben die nächste Generation im Blick“, erklärt Mark Bauder im Rahmen der Pressekonferenz. „Wir wirtschaften so, dass auch schlechte Jahre kommen können, und wir stellen auch in angespannten Zeiten konsequent weiter Weichen für die Zukunft, wenn wir vom langfristigen Erfolg der Investitionen überzeugt sind.“
Konkret bedeutete dies die Erweiterung bzw. den Neubau folgender Bauder Produktionswerke innerhalb der letzten fünf Jahre:
Schwepnitz:
- Kunststoffbahnen PVC ab Anfang 2023
- Kunststoffbahnen FPO 2 ab Ende 2023
Bruck (AT):
- PU-Dämmstoff seit 2024
- Bitumenbahn 2 seit 2023
Landsberg:
- Flüssigkunststoff seit 2025
Drusenheim (FR):
- Bitumen und PU-Dämmstoff seit 2026
Mit dem Festhalten an den konkreten Investitionen in Bruck (Österreich) und Drusenheim (Frankreich) stellt sich Bauder auch gegen den seit geraumer Zeit aufkommenden Abgesang auf Europa. „Wir sind von der Idee des europäischen, freien Marktes überzeugt. Viel mehr noch: Wir verstehen es als unsere unternehmerische Verantwortung, in „made in Europe“ zu investieren und für die Branche auch in Zukunft eine starke, solide Lieferkette innerhalb Europas zu gewährleisten“, so Mark Bauder. Vor allem das gerade neu eröffnete Werk im französischen Drusenheim spiegelt diese Haltung wider: Das erste nicht-deutschsprachige Werk des Unternehmens liegt mitten im Herzen Europas, an wichtigen Verkehrsachsen und strategisch ideal gelegen für europäische Schlüsselmärkte wie die Schweiz, Frankreich oder Süddeutschland.
Auch in die Kundennähe hat Bauder weiter konsequent investiert und seine europäische Expansion vorangetrieben: Mit Bauder Iberia (2025) sowie Bauder Bulgaria (2026) umfasst die Bauder Gruppe nun insgesamt 19 Tochtergesellschaften.
Auch in den kommenden Jahren möchte Bauder mit seinem kompletten Produktsortiment und hochwertigen Dachsystemen für das Dichten, Dämmen, Begrünen, Absturz verhindern und Energie gewinnen seine führende Marktposition in Deutschland und Europa weiter ausbauen. Obwohl die aktuelle Marktsituation weiter unsicher bleibt, ist Bauder vom langfristigen Erfolg durch seine umfangreichen Investitionen überzeugt: „Wir halten Kurs: Das Dach bleibt wichtig und auch Europa wird als starker Markt bleiben. Wir sind sicher, dass wir mit unseren Investitionen langfristig die richtigen Weichen gestellt haben. Nun gilt es, diese geschaffenen Potenziale mit Leben zu füllen“, führt Tim Bauder aus.










