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Artikel und Hintergründe zum Thema

Forschung

Max Kandler,

Digitale Brückenwächter: Fraunhofer IZFP präsentiert Ergebnisse von »ImaB-Edge«

Wie sich der Zustand von Brücken, Dämmen oder Kläranlagen zuverlässig und in Echtzeit überwachen lässt, war die zentrale Fragestellung im Forschungsprojekt »ImaB-Edge – Intelligente, multimodale und autarke Bauwerksprüfung mittels Edge-Computing«. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Verbundvorhaben wurde am 30. Oktober 2025 mit einer Abschlussveranstaltung vorgestellt. Forschende des Fraunhofer IZFP und ihre Projektpartner präsentierten dort die Ergebnisse dieser Entwicklung, die oft als Digitale Brückenwächter bezeichnet wird.

Minister Barke informiert sich über die im Projekt ImaB-Edge erzielten technologischen Entwicklungen © FRaunhofer IZFP

Nach der Eröffnung durch Prof. Dr.-Ing. Hans-Georg Herrmann, Mitglied des Institutsleitungskreises, folgte eine Keynote von Jürgen Barke, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes. Er unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur. Anschließend stellte Dirk Koster, Chief Scientist am Fraunhofer IZFP, stellvertretend für das Konsortium die Resultate vor. Danach konnten sich die Gäste an thematisch gegliederten Präsentationsinseln ein Bild von den einzelnen Technologien machen.

Rechtzeitig erkennen, was morgen Schaden anrichtet

Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden hat deutlich gezeigt, wie relevant eine vorausschauende Zustandsbewertung für Bauwerke und kritische Infrastruktur ist. Frühzeitig erkannte Schäden können Menschenleben schützen und hohe Folgekosten vermeiden.

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Im Rahmen von ImaB-Edge entwickelten Materialforschungseinrichtungen sowie Prüf-, Hard- und Softwareentwickler gemeinsam mit Bauunternehmen und Infrastrukturbetreibern ein elektronisches System für die permanente Zustandsüberwachung von Bauwerken. Ziel war es, Objekte wie Brücken, Kläranlagen oder Staudämme kontinuierlich und präzise zu überwachen, um Risiken zu identifizieren und gezielt Gegenmaßnahmen einzuleiten.

»Gerade bei vielbefahrenen Brücken können Sperrungen schnell Schäden in Millionenhöhe verursachen. Mit unserem modularen Vor-Ort-System lassen sich Bauwerke dauerhaft überwachen, sodass wir flexibel reagieren können. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern hilft auch, Instandhaltungskosten deutlich zu reduzieren«, erklärt Dirk Koster, wissenschaftlicher Projektleiter und Chief Scientist Sensor-Intelligenz und Mikroelektronik am Fraunhofer IZFP.

Technologische Basis: Sensorik, Edge-Computing und KI

Die technischen Grundlagen des Projekts basieren auf intelligenten Sensoren, die bei Neu- oder Bestandsbauten integriert werden können. Diese Sensoren erfassen kontinuierlich Messdaten, die über Sensor-Edge-Einheiten gesammelt und vorverarbeitet sowie in einem Edge-Gateway zusammengeführt werden. Eine künstliche Intelligenz analysiert die Daten direkt vor Ort und übermittelt die ausgewerteten Informationen automatisiert an Leitstellen oder Servicepersonal.

Durch diese dezentrale Datenverarbeitung entsteht eine schnelle und belastbare Zustandsbewertung. Gleichzeitig sinkt das Datenvolumen, das in Cloudsysteme übertragen werden muss. Das steigert die Datensicherheit, erhöht die Effizienz und reduziert den Ressourcenverbrauch. Perspektivisch sollen neben Brücken auch Bahnanlagen, Tunnel, Dämme und andere kritische Bauwerke von den im Rahmen von ImaB-Edge entwickelten Technologien profitieren.

Reallabor zeigt den Praxiseinsatz

Ein Reallabor auf dem Institutsgelände in Saarbrücken demonstriert die Funktionsweise des Systems unter realen Bedingungen. An einer Parkplatzeinfahrt erfassen Sensoren die Belastungen durch Fahrzeuge; zusätzlich kommen eine Wetterstation und eine Kamera zum Einsatz. Die Daten werden von den Projektpartnern EUROKEY Software GmbH und WPM Ingenieure GmbH analysiert und visualisiert. Auf dieser Grundlage lässt sich nachvollziehen, wie sich Verkehr und Witterung in Echtzeit und vorausschauend auf die Bausubstanz auswirken.

Ein wichtiger Schritt für die Infrastruktur von morgen

Das vom BMFTR mit rund 5,6 Millionen Euro geförderte Projekt ImaB-Edge zeigt, wie die Kombination aus Sensorik, Edge-Computing und KI zu einer praxisorientierten Lösung führt, die die Instandhaltung von Infrastrukturen sicherer, nachhaltiger und wirtschaftlicher macht. Die im Projekt entwickelten digitalen Brückenwächter liefern damit einen Beitrag zur zukünftigen Überwachung und Erhaltung kritischer Bauwerke – ein Ansatz, der das Potenzial hat, langfristig die Infrastrukturqualität in Deutschland und darüber hinaus zu verbessern.

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