Großbauprojekt
Tegel Projekt GmbH setzt in Berlin TXL auf strategische Partnerschaft mit Concular
Mit der Transformation des ehemaligen Flughafens Tegel entsteht in Berlin eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Auf dem Gelände entwickelt die Tegel Projekt GmbH einen Forschungs- und Industriepark mit angeschlossenem Wohnquartier. Der Standort Berlin TXL soll künftig Innovation, urbane Produktion und nachhaltige Stadtentwicklung miteinander verbinden.
Ein zentraler Baustein dieser Entwicklung ist das kreislaufgerechte Bauen. Ziel ist es, Materialien aus dem Bestand systematisch zu erfassen, ihre Wiederverwendung zu prüfen und möglichst innerhalb des Projekts erneut einzusetzen. Für die strategische und operative Umsetzung dieses Ansatzes hat die Tegel Projekt GmbH das Unternehmen Concular als langfristigen Partner eingebunden.
Zirkularität im Maßstab eines Großprojekts
Die Entwicklung von Berlin TXL zeigt exemplarisch, welche Dimensionen kreislaufgerechtes Bauen im urbanen Maßstab erreichen kann. Auf dem ehemaligen Flughafengelände fallen beim Umbau und Rückbau großer Gebäudestrukturen erhebliche Mengen an Baumaterialien an. Dazu zählen unter anderem Bauteile aus Bestandsgebäuden wie Terminal D oder dem Parkhaus P2.
Diese Materialien werden im Rahmen strukturierter Prozesse erfasst, bewertet und für eine mögliche Wiederverwendung geprüft. Im Mittelpunkt steht dabei die möglichst direkte Nutzung innerhalb des Entwicklungsgebiets Berlin TXL. Der Ansatz reduziert Transportwege, senkt den Ressourcenverbrauch und schafft gleichzeitig wirtschaftliche Perspektiven für die Wiederverwertung vorhandener Bauteile.
Gerade bei großvolumigen Projekten zeigt sich, ob Kreislaufwirtschaft im Bauwesen praktisch umsetzbar ist. Neben der Materialbewertung spielen Aspekte wie Denkmalschutz, Schadstoffmanagement und öffentliches Baurecht eine entscheidende Rolle. Um Zielkonflikte frühzeitig zu vermeiden, werden diese Anforderungen bereits in frühen Planungsphasen berücksichtigt.
Strategische Rahmenvereinbarung bis 2032
Die Zusammenarbeit zwischen der Tegel Projekt GmbH und Concular basiert auf einer langfristigen Rahmenvereinbarung. Ziel ist es, kreislaufgerechtes Bauen nicht nur punktuell umzusetzen, sondern systematisch über alle Projektphasen hinweg zu integrieren.
Concular begleitet dabei sowohl die Transformation von Bestandsgebäuden als auch die Planung neuer Bauvorhaben. Die Leistungen reichen von der strategischen Beratung über digitale Erfassungsprozesse bis zur operativen Umsetzung zirkulärer Maßnahmen auf der Baustelle.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit sind sogenannte Pre-Deconstruction Audits. Dabei werden Gebäude vor dem Rückbau detailliert untersucht, um wiederverwendbare Bauteile zu identifizieren. Neben der bautechnischen Bewertung wird auch das Potenzial für CO₂-Einsparungen analysiert. Auf dieser Grundlage entstehen Re-Use-Strategien, die in Planung und Ausschreibung integriert werden.
Parallel dazu unterstützt Concular Planungsbüros und Architektenteams bei der Integration von wiederverwendeten Bauteilen in Entwürfe und digitale Planungsmodelle. Auch organisatorische Fragen, etwa zu Lager- und Logistiklösungen für Bauteile, werden frühzeitig in die Projektstruktur eingebunden.
Digitale Plattform als Steuerungsinstrument
Eine zentrale Rolle in der Umsetzung spielt die digitale Plattform von Concular. Über sie werden Informationen zu Materialien, Bauteilen und Gebäudestrukturen systematisch dokumentiert und ausgewertet.
Die Plattform ermöglicht es, ökologische Kennzahlen und Wiederverwendungspotenziale bereits während der Planung sichtbar zu machen. So lassen sich CO₂-Einsparungen, Materialströme und Umweltwirkungen nachvollziehbar analysieren. Gleichzeitig entstehen belastbare Daten für Zertifizierungen, Nachhaltigkeitsbewertungen und projektspezifische Reportings.
Für Bauherren, Projektentwickler und Planer schafft diese Datengrundlage mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen. Kreislaufgerechtes Bauen wird dadurch nicht nur ökologisch messbar, sondern auch wirtschaftlich kalkulierbar.
Berlin TXL als Referenzprojekt für die Bauwirtschaft
Mit der Entwicklung von Berlin TXL entsteht ein Projekt, das über die Hauptstadt hinaus Bedeutung für die Bauwirtschaft haben dürfte. Der systematische Umgang mit Bestandsmaterialien, digitale Materialerfassung und langfristig angelegte Re-Use-Strategien zeigen, wie Kreislaufwirtschaft in großen Stadtentwicklungsprojekten umgesetzt werden kann.
Für Bauunternehmen, Planer und Projektentwickler bietet das Vorhaben wichtige Erkenntnisse: Rückbau, Neubau und Materialmanagement müssen frühzeitig miteinander verzahnt werden, wenn zirkuläre Ansätze im Bauwesen wirtschaftlich funktionieren sollen.
Das Projekt verdeutlicht damit, dass kreislaufgerechtes Bauen nicht nur ein theoretisches Nachhaltigkeitskonzept ist. In Berlin TXL wird es zur praktischen Aufgabe im Maßstab eines ganzen Stadtquartiers – und damit zu einer möglichen Blaupause für zukünftige Bauprojekte.












