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Artikel und Hintergründe zum Thema

Baukrise 2024

Kai Ingmar Link,

Bauwirtschaft im Wandel: Herausforderungen und Lichtblicke in der Baukrise

Die aktuellen Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes im Bauhauptgewerbe mit 20 und mehr Beschäftigten zeigen weiterhin eine gespaltene Entwicklung in den verschiedenen Bausparten. Besonders besorgniserregend bleibe der Wohnungsbau, der seit 19 Monaten rückläufig ist, wie Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, betont.

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe © Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Wohnungsbau ein reales Auftragsminus von sieben Prozent. Bei den Baugenehmigungen für Wohnungen fehlen bis November rund 83.000 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr, was einem Rückgang von insgesamt rund 26 Prozent entspricht. Hohe Inflationsraten und Finanzierungskosten treffen potenzielle Bauherren besonders hart, was zu einem Rückgang von 40 Prozent bei Einfamilienhäusern und 50 Prozent bei Zweifamilienhäusern führt.

Ein Lichtblick sind die zusätzlichen Fördermittel für den Mehrfamilienhausbau in der Budgetplanung 2024. Dennoch bleiben die Impulse für den Eigenheimbau zu schwach, was die Bauunternehmen vor große Herausforderungen stellt, ihre Beschäftigung zu halten. Die Auftragspolster für 2024 sind zu gering und es besteht die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten. Im Tiefbau, insbesondere im gewerblichen Tiefbau, zeigt sich hingegen ein positiver Trend mit einem nominalen Auftragsplus von rund 27 Prozent im Jahresverlauf. Dies ist auf den Ausbau von Stromtrassen, Großprojekte des öffentlichen Nahverkehrs und den Gleisbau der Deutschen Bahn zurückzuführen.

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Die Bauwirtschaft bewegt sich weiterhin im Spannungsfeld zwischen Fachkräftenachfrage und drohendem Kapazitätsabbau. Besonders gravierend sind die negativen Auswirkungen im Wohnungsbau. Um dem Wohnungsmangel langfristig zu begegnen, ist eine temporäre Entlastung des privaten Wohnungsbaus unabdingbar. Der Bund sollte mit Förderkonzepten auf EH 55-Niveau unterstützen, während die Länder gefordert sind, die Grunderwerbsteuer zu senken. Felix Pakleppa warnt davor, dass bei einer anhaltenden Talfahrt im Wohnungsbau Personalabbau und Insolvenzen drohen. Dies würde langfristig die Herausforderungen bei der Wohnraumversorgung verschärfen. Um die jährlich mindestens 400.000 benötigten Wohnungen zu bauen, sei es entscheidend, die Beschäftigten in der Branche zu halten.

Der Umsatz im Bauhauptgewerbe erreichte bis November 101,4 Mrd. Euro, was einem nominalen Plus von gut vier Prozent entspricht, während der reale Rückgang bei gut drei Prozent lag. Im Wohnungsbau wurde ein Umsatz von knapp 24 Mrd. Euro erzielt, bei einem nominalen Minus von vier Prozent und einem realen Rückgang von über 10 Prozent. Die Preisentwicklung für Bauleistungen hat sich im Jahresverlauf abgeschwächt, lag aber im November noch bei +2 Prozent und kumuliert bei knapp 8 Prozent.

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