Baugewerbe x VERBÄNDE
Baukrise 2024: Ausbildungszahlen sinken, Frauenanteil steigt
Die Bauwirtschaft, die in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Aufwärtstrend verzeichnen konnte, sieht sich mit einem spürbaren Rückgang der Ausbildungszahlen konfrontiert. Nach Angaben der SOKA-BAU sank die Gesamtzahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft bis Ende 2023 bundesweit um 3,7 Prozent, was einem Rückgang von über 1.500 Auszubildenden auf insgesamt 40.300 entspricht. Insgesamt zeigt sich ein rückläufiger Trend, der sich insbesondere im 1. Ausbildungsjahr mit einem Minus von 2 Prozent auf knapp 13.000 Auszubildende bemerkbar macht.
"Die sich abschwächende Baukonjunktur sowie der allgemeine Rückgang an Nachwuchskräften scheinen sich leider auch auf die Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft auszuwirken", kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Ausbildungsverträgen müssen sich die deutschen Bauunternehmen den Herausforderungen der Baukrise stellen. Dennoch gibt es positive Signale: Bei den Erstausbildungen steht einem Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 10,8 Prozent im Jahr 2022 gegenüber.
Müller betont die Robustheit und Attraktivität der Bauberufe für Neueinsteiger: Trotz aller widrigen Umstände erweisen sich die Bauberufe damit als robust und attraktiv für Neueinsteiger. Schließlich ist gerade die Bauwirtschaft die Branche mit Zukunft, allein wenn man bedenkt, wie wichtig die Modernisierung der Infrastruktur, der Netzausbau oder die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sind."
Auffällig ist erneut das Ost-West-Gefälle in der Ausbildungsentwicklung. Während die Zahl der Auszubildenden in den alten Ländern um 4,4 Prozent zurückging, blieb sie in den neuen Ländern auf Vorjahresniveau. Positiv hervorzuheben ist, dass die Zahl der weiblichen Auszubildenden im Jahr 2023 um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Der Frauenanteil an den Auszubildenden liegt nun bei 12,6 Prozent und ist trotz des Anstiegs noch ausbaufähig.
Besorgniserregend ist hingegen der weitere Rückgang der Ausbildungsbetriebe, die Ende 2023 mit 14.555 den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik erreichen werden. Unsichere politische und konjunkturelle Rahmenbedingungen sowie die steigende Zahl ausbildungswilliger Betriebe, deren Bemühungen um Nachwuchs erfolglos bleiben, sind hierfür maßgeblich verantwortlich.
Tim-Oliver Müller unterstreicht die Anstrengungen der Branche, langfristige Lösungen für die Nachwuchssicherung zu schaffen: "Mit unserer verbandsweiten Nachwuchskampagne, Fachkräftekooperationen wie mit der Bundeswehr, unserem FrauenNetzwerk-Bau sowie der kontinuierlichen Modernisierung unserer Berufsbilder setzen wir nicht nur branchenweit Maßstäbe. Wir schaffen auch ein gutes Umfeld für unsere Mitgliedsunternehmen und die Branche insgesamt, um neue Fachkräfte zu finden. Das geht aber nur im Einklang mit verlässlichen baupolitischen Rahmenbedingungen, die durch ein hohes Maß an Investitionssicherheit Vertrauen in die Umbaubranche Bau schaffen", so Müller abschließend.












