Baukrise 2024
Wohnungsbaukrise 2024: Keine unausweichliche Entwicklung
Die am 25. Juli 2024 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Auftragseingängen im Wohnungsbau im Mai 2024 kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, wie folgt:
„Die Auftragszahlen im Wohnungsbau entwickeln sich weiterhin enttäuschend. Im Vergleich zu Mai 2023 sind die Order um 5 Prozent zurückgegangen. Bis Mai 2024 fehlen im Vergleich zum Vorjahr 4 Prozent, das entspricht etwa 260 Mio. Euro. Verglichen mit 2022 ist der Rückgang bis Mai sogar 2,6 Mrd. Euro, was einem realen Rückgang von etwa 35 Prozent entspricht.
Wir befänden uns in einer wiederkehrenden Problematik ohne Aussicht auf Besserung, so Pakleppa weiter. Die Folgen trügen die Mieterinnen und Mieter in Deutschland, die keine bezahlbaren Wohnungen mehr fänden, sowie zahlreiche Eigenheim-Bauherren, deren Träume unerfüllt bleiben. Steigende Bauzinsen und hohe Energieanforderungen schrecken die Bauwilligen zunehmend ab.
"In der Branche ist bekannt: Die Wohnungsbaukrise ist kein Naturgesetz. Die Politik hat die Mittel, diese Krise sofort zu beenden. Für Bauwillige und Investoren könnte das Bauen durch geringere energetische Vorgaben, attraktivere Förderungen und eine höhere Zinsstütze wieder attraktiver werden. Insbesondere die 2022 gestrichene EH-55-Förderung wird schmerzlich vermisst, wie die Bauunternehmen berichten. Die Politik hat dieses Ass im Ärmel, nutzt es jedoch nicht, obwohl damit wesentlich mehr gebaut werden könnte."
Für die Baubranche selbst seien weniger Regulierungen der größte Segen, so Felxi Pakleppa. In Deutschland gebe es über 20.000 Bauvorschriften. Auf Baustandards, die nicht zwingend für die Gebäudesicherheit notwendig seien, sollten wir rechtssicher verzichten können. "Es muss nicht immer die Luxusvariante der technischen Bauvorgaben sein, da dies Bauvorhaben teurer und anspruchsvoller macht. Vor allem im Bereich Tritt- und Schallschutz gibt es viel Einsparpotenzial, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Gerade die vielen Wohnungssuchenden in Deutschland würden davon profitieren. Die gesamte Baubranche hat deshalb große Erwartungen an den Gebäudetyp E."
Stagnation im Bauhauptgewerbe bis Mai 2024
Mit knapp 39 Mrd. Euro liegt der Umsatz im Bauhauptgewerbe bis Mai auf Vorjahresniveau (-0,2 Prozent). Es gibt jedoch eine differenzierte Entwicklung in den verschiedenen Bausparten. Umsatzzuwächse im Wirtschaftsbau um 2,6 Prozent auf ca. 17,4 Mrd. Euro und im öffentlichen Bau um 5 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro kompensieren das Minus im Wohnungsbau von gut 11 Prozent. Insgesamt wird der Zuwachs vom Tiefbau getragen (plus 8,4 Prozent), insbesondere durch Aufträge im Bereich Verkehrsinfrastruktur und Energieausbau.
Wohnungsbaukrise: Orderminus im Mai 2024
„Für den Wohnungsbau gab es im Mai kein Frühlingserwachen. Im Gegenteil – die Tristesse setzt sich fort. Der reale Auftragseingang lag um 3,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für die ersten fünf Monate wird ein Minus von 4,0 Prozent ausgewiesen. Es ist somit kein Wunder, dass die Bauunternehmen einen realen Umsatzrückgang von 15,0 bzw. 12,0 Prozent melden“, kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, die aktuellen Konjunktur-Zahlen. Angesichts dieser Entwicklung überrascht es nicht, dass das Statistische Bundesamt für den Zeitraum Januar bis April einen Beschäftigtenrückgang von 4,6 Prozent im Wirtschaftszweig Bau von Gebäuden ausweist. „Diese Arbeitskräfte werden in Zukunft nicht mehr für den Bau von Wohnungen zur Verfügung stehen, was die Situation auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter verschlechtern wird.“
Weiterhin Flaute im Wohnungsbau
„Noch immer herrscht tiefe Flaute auf dem Wohnungsmarkt und die soziale Frage unserer Zeit, wie Wohnen in Deutschland für breite Teile der Bevölkerung wieder bezahlbar wird, bleibt weiter unbeantwortet. Mit dem Genehmigungsniveau des Jahres 2013 bei gleichzeitig deutlich gestiegener Bevölkerungszahl und ungebremstem Zuzug in die Ballungsgebiete werden die wohnungsbaupolitischen Ziele deutlich verfehlt. Schließlich ist auch im Mai die Zahl der genehmigten Wohnungen weiter deutlich zurückgegangen“, erklärt Tim-Oliver Müller. Im Mai wurden nur noch 17.800 Wohnungen im Neu- und Umbau genehmigt, was ein Minus von 24,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet (Januar bis Mai: minus 21,5 Prozent).
Zwar habe die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen zur Belebung der Wohnungsbaukonjunktur eingeleitet, jedoch seien diese entweder finanziell unzureichend, in einer langwierigen Umsetzungsphase oder nur mit begrenzter Wirkung ausgestattet. „Der Wille der Politik, das Ruder rumzureißen, ist erkennbar. Neben ausreichender Förderung muss der Befreiungsschlag aber in einem Abbau der zahlreichen Anforderungen an Wohngebäude gesucht werden. Ohne einen radikalen Einschnitt baukostentreibender Vorgaben von Bund, Ländern und Gemeinden wird sich nichts ändern und Monat für Monat neue Negativrekorde verzeichnet“, so Müller weiter.
Besser sehe es im Nichtwohnungsbau aus. Nach einer schwachen Entwicklung im Vorjahr seien die Genehmigungen (veranschlagte Baukosten) von Januar bis Mai im gewerblichen Hochbau stabil gestiegen, im öffentlichen Hochbau sogar um 26 Prozent. „Firmen, die nicht ausschließlich auf den Wohnungsbau fixiert sind, haben mittlerweile Konsequenzen gezogen und sind stärker im öffentlichen und gewerblichen Hochbau engagiert. Allerdings kann das Genehmigungsplus im Nichtwohnungsbau den Absturz im Wohnungsbau nicht kompensieren. Daher rechnen wir für 2024 im Hochbau des Bauhauptgewerbes weiter mit einem Umsatzrückgang“, schließt Müller.
Die Herausforderungen der Bauindustrie: Eine Analyse der aktuellen Baukrise
Das Baugewerbe sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als "Baukrise" bezeichnet werden müssen. Diese Krise hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Baubranche, angefangen bei der Materialbeschaffung bis hin zur Fertigstellung von Bauprojekten. In diesem Artikel werfen wir einen genauen Blick auf die Ursachen, Auswirkungen und potenziellen Lösungsansätze für die aktuelle Baukrise.
Ein Zeichen in der Baukrise: die Aktion BauZukunft
Die Baubranche durchlebt derzeit eine ungewöhnlich Krise, die viele Unternehmen mit Sorgen und Unsicherheit erfüllt. Die Ursachen sind vielfältig: Angefangen bei einer schwächelnden Konjunktur bis hin zu politischen Unsicherheiten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Aufträge zu erfüllen und gleichzeitig die Zukunft ihrer Mitarbeitenden zu sichern. In dieser Zeit der Krise möchte das Baugewerbe Magazin die Stimme der Bauunternehmen stärken und hat die Aktion BauZukunft ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, den Unternehmen ein Forum zu bieten, um ihre Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu kommunizieren.
Alternative Antriebe für Baumaschinen: Ein Weg in die Zukunft
Alternative Antriebe von Baumaschinen sind nur eine Initiative der Baubranche, trotz Krise neue Wege für eine nachhaltige Zukunft zu finden. Elektro-Motoren, Wasserstoffmotoren und Hybridantriebe werden immer mehr entwickelt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und CO2-Neutralität zu erreichen. Doch damit stößt der Innovationsgeist der Branche noch lange nicht am Ende.
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