Ökobilanz von Asphalt verbessern
Geiger setzt auf nachhaltige Asphalt-Alternativen
Die Geiger Gruppe arbeitet daran, die Ökobilanz von Asphalt zu verbessern.
Auf ihrem Firmengelände hat Geiger mehrere hundert Quadratmeter mit zwei innovativen, nachhaltigeren Verfahren asphaltiert. Erstmals verwendete das Unternehmen so genanntes Biobitumen. Dabei stammt das Bindemittel, also der „Kleber“ zwischen den Gesteinskörnern, nicht aus Erdöl, sondern besteht aus einem Zweikomponentensystem. Die eine Komponente wird aus Resten der Cashewnussproduktion gewonnen. Dieses Biobitumen hat sogar eine negative CO2-Bilanz, da biogener Kohlenstoff gespeichert wird.
Vorteile von Geigers Biobitumen
Das neuartige 2-Komponenten-Verfahren bietet mehrere Vorteile. Das Mischgut kann als temperaturabgesenkter Asphalt verarbeitet werden, was Energie und Emissionen einspart. Zudem können die Komponenten bei Raumtemperatur gelagert und transportiert werden, während herkömmliches Bitumen bei Transport und Lagerung auf rund 170 °C gehalten werden muss. Das birgt Risiken und ist teuer. Bei der Herstellung und beim Einbau von Biobitumen werden deutlich weniger Dämpfe und Aerosole freigesetzt, wodurch das Einbaupersonal besser geschützt wird. Die Eigenschaften von Biobitumen lassen sich zudem gezielt auf verschiedene Asphaltarten abstimmen, je nach Anforderung und Ausgangsmaterial kann es härter oder elastischer eingestellt werden.
Bitumenstabilisiertes Material von Geiger
Ein weiterer Abschnitt des Projekts wurde mit so genanntem bitumenstabilisiertem Material gebaut. Dabei wird herkömmliches Bitumen in einem speziellen Verfahren mit Wasser aufgeschäumt oder in eine Emulsion überführt und mit kalter Gesteinskörnung vermischt. Dadurch entfällt das Aufheizen der Gesteinskörnung vollständig - eine enorme Energie- und Emissionseinsparung. Trotz des geringeren Bitumenanteils und des Kalteinbaus erwartet Geiger eine mindestens ebenso hohe Haltbarkeit wie bei herkömmlichen Verfahren. Am neuen Standort von Geiger in Memmingen wird diese Technologie bereits erfolgreich eingesetzt.
Geiger Grippe - Recycling und Ressourcenschonung
Bei beiden Verfahren wird ein Großteil der Gesteinskörnungen aus dem Recycling alter Straßen verwendet. Bei dem Abschnitt mit Biobitumen besteht die Gesteinskörnung zu etwa 40 % aus Asphaltgranulat, bei der bituminös stabilisierten Tragschicht sogar bis zu 100 % aus Recyclingmaterial. Mit diesen Pilotprojekten will die Geiger Gruppe zeigen, dass diese neuen Verfahren bereits heute in der Praxis funktionieren und sich bewährt haben.
Pilotprojekte und Präsentation der Geiger Gruppe
Zahlreiche Interessenten, Vertreter von Kommunen, Straßenbauämtern und Ingenieurbüros konnten sich am vergangenen Donnerstag von den praxistauglichen Alternativen der Geiger Gruppe überzeugen. Mit innovativen Verfahren wie Biobitumen und bitumenstabilisiertem Material hofft das Unternehmen, künftige Bauherren von grüneren" Alternativen zu überzeugen und den Tiefbau emissionsärmer und ressourcenschonender zu gestalten.
Über die Geiger Gruppe
Seit ihrer Gründung im Jahr 1923 hat sich die Geiger Gruppe mit Hauptsitz in Oberstdorf (Allgäu) zu einem vielseitigen Unternehmensverbund mit rund 4.000 Mitarbeitern und rund 100 Standorten in Deutschland und Europa entwickelt. Geiger verfolgt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Das Unternehmen plant und baut, erhält und saniert, bereitet auf und recycelt, um einen möglichst geschlossenen Kreislauf zu schaffen. Wo Recycling noch nicht überall möglich ist, gewinnt und entsorgt Geiger auch - mit höchster Zuverlässigkeit und großem Verantwortungsbewusstsein. Diese Leistungen bietet die Geiger Gruppe zahlreichen Kunden aus den Bereichen Infrastruktur, Immobilien und Umwelt aus einer Hand.











