Nachhaltigkeit und Green Buildung

Damir Mioc,

Max Wild sieht Flüssigboden als Basis

Beim größten regenerativen Energieprojekt im Allgäu setzt e-con auf Flüssigboden als Verfüllbaustoff. Warum sich diese Lösung im Leitungsbau bewährt hat – technisch, baulich und im laufenden Betrieb –, zeigt das Fernwärmeprojekt Memmingen Süd und Benningen.

Max Wild unterstützt das Fernwärmeprojekt in und um Memmingen. © Max Wild

Für das Fernwärmeprojekt "Regenerative Wärmeversorgung Memmingen Süd und Benningen" suchte der Energieversorger e-con eine Rohrbettung, die dauerhaft tragfähig ist und zugleich Flexibilität für spätere Eingriffe bietet. Fündig wurde e-con beim Unternehmen Max Wild aus Berkheim, das sich auf die Herstellung von Flüssigboden aus aufbereiteten mineralischen Bauabfällen spezialisiert hat. Der zeitweise fließfähige, selbstverdichtende Verfüllbaustoff kommt hier als Bettung und Umhüllung für Fernwärme-, Fernkälte- und LWL-Leitungen zum Einsatz.

Flüssigboden zählt zu den zeitweise selbstverdichtenden Verfüllbaustoffen (ZFSV). Er ermöglicht eine hohlraumfreie, erschütterungsarme Verfüllung und ist dauerhaft wiederaushubfähig. Nach dem Aushärten lässt sich das Material ohne Spezialgeräte lösen – ein wesentlicher Vorteil für Wartung, Reparatur oder Netzerweiterungen. Gleichzeitig wird überwiegend vorhandener Bodenaushub wiederverwertet, was den Einsatz von Primärrohstoffen reduziert und den Abtransport von Aushub minimiert.

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Verarbeitungsssicherheit als Vorteil

Das Projekt ist das zurzeit größte regenerative Energievorhaben im Allgäu. Über das Fernwärmenetz werden künftig jährlich rund 30.000 MWh Wärme vollständig regenerativ bereitgestellt. Versorgt werden die Gemeinde Benningen, Teile der Stadt Memmingen sowie mehrere Industriekunden. Die Wärmeerzeugung erfolgt über ein Heizwerk mit Hackschnitzelkessel und Großwärmepumpen, gespeist mit regenerativem Strom aus Photovoltaikanlagen am Allgäu Airport. Dadurch können jährlich bis zu 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas und rund 6.000 Tonnen COeingespart werden.

Beim Leitungsbau war Flüssigboden auch aus bautechnischer Sicht die passende Lösung. Die Hauptleitungen mit Nennweiten bis DN 450 erforderten große Grabenquerschnitte und eine gleichmäßige, vollflächige Rohrumhüllung. Insgesamt wurden rund 1.000 Meter Leitungen mit etwa 3.000 m³ Flüssigboden verfüllt. Gerade bei schwankenden Grundwasserverhältnissen, verursacht durch Hochwasserereignisse während der Bauphase, erwies sich der Verfüllbaustoff als verarbeitungssicher und robust.

Kontinuierlicher Baufortschritt

Ein weiterer Vorteil liegt im langfristigen Netzbetrieb: Flüssigboden umhüllt die Rohre vollflächig und leitet Reibungskräfte zuverlässig in den umgebenden Boden ab. Dadurch wird der Rohrverschleiß gegenüber einer klassischen Sandbettung reduziert. Gleichzeitig bleibt der Graben bei späteren Fremdeingriffen standsicher, was das Risiko von Schäden an bestehenden Leitungen minimiert.

Auch im Bauablauf zeigte sich der Nutzen des Materials. Während Max Wild den Rohrgraben abschnittsweise herstellte, konnten die Rohre parallel vorgeschweißt und in Längen von bis zu 36 Metern eingebaut werden. Fixierung, Verfüllung und Aushub griffen ineinander und ermöglichten einen kontinuierlichen Baufortschritt. Der Flüssigboden fügt sich damit konsequent in das nachhaltige Gesamtkonzept des Projekts ein – als technisch leistungsfähiger, flexibel einsetzbarer und ressourcenschonender Verfüllbaustoff für den modernen Leitungs- und Infrastrukturbau.

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