Abfall oder Rohstoff?
Gips³ im Kreislauf
Abfall wird wieder zu Rohstoff: Mit der Gips³ GmbH bündeln Rohrdorfer und Freudlsperger ihre Expertise, um Gipskartonplatten regional und ressourcenschonend zu recyceln.
Die Unternehmensgründung verknüpft Kreislaufwirtschaft, industrielle Prozesse und regionale Wertschöpfung und setzt damit ein Zeichen für nachhaltige Baustoffströme.
Gips³ bündelt die Kompetenzen der RSK Umwelttechnik und der Freudlsperger Kies- und Betonwerke, um ein zentrales Problem der Bauindustrie zu lösen: die Behandlung von Gipskartonplatten am Ende ihres Lebenszyklus. "Mit Gips³ setzen wir ein starkes Zeichen für nachhaltige Ressourcennutzung und umweltfreundliches Wirtschaften", sagt Geschäftsführer Michael Weiß. Der Standort Mühldorf am Inn wurde bewusst gewählt. Hier entsteht bis 2027 eine moderne Recyclinganlage, die Gipskarton in hochwertigen RC-Gips aufbereitet.
Gipskarton prägt seit Jahrzehnten den Innenausbau als leichter, vielseitiger und wirtschaftlicher Baustoff. Beim Rückbau landeten die Platten bislang meist auf Deponien. Gips³ kehrt diese Praxis um: Der recycelte Gips wird vollständig für die Zementproduktion im Südbayerischen Portland-Zementwerk Gebr. Wiesböck genutzt. So entsteht ein regional geschlossener Rohstoffkreislauf, der Abfall minimiert, Primärrohstoffe schont und die Bauwirtschaft mit nachhaltigen Baustoffen versorgt.
Die Recyclinganlage verbindet Materialeffizienz mit modernster Energietechnik. Fossile Brennstoffe kommen nicht zum Einsatz; selbst die Radlader fahren elektrisch. Eine Photovoltaikanlage mit 450 kWp liefert den Strom, unterstützt von einem Batteriespeicher zur Ausgleichung von Erzeugungsschwankungen. Die Prozesse sichern eine konstant hohe Qualität des RC-Gips und demonstrieren, wie ökologische Verantwortung und industrielle Effizienz Hand in Hand gehen können.
Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die enge Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern. Bereits bei der Anlieferung der Gipskartonplatten werden die Voraussetzungen für ein hochwertiges Recycling geschaffen. Gips³ zeigt damit, wie regionale Wertschöpfung, industrielle Standards und Kreislaufwirtschaft ineinandergreifen können. Für die Bauindustrie ist das ein deutliches Signal: Nachhaltige Baustoffströme sind keine Vision, sondern bereits heute praktikabel und wirtschaftlich umsetzbar.
Mit Gips³ gewinnt die Branche ein Modellprojekt, das Materialkreisläufe schließt, Ressourcen schont und gleichzeitig industrielle Praxislösungen liefert – ein Schritt für mehr Nachhaltigkeit im Bauwesen.












