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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sommerlicher Hitzeschutz Teil 3

Achim Dathe,

Was schützt Wohnungen vor Überwärmung?

Konstruktiver Schutz vor Überwärmung: Weit auskragende Dachflächen und zurückversetzte Fenster und Balkontüren in den Loggien verkürzen die Zeit täglicher direkter Sonneneinstrahlung. Die Wohnräume heizen dadurch weniger stark auf © Achim Dathe für Holzbau Fichtl im DHV, Ostfildern; https://d-h-v.de

Um das Aufheizen von Wohnungen durch verglaste Fensterflächen wirksam zu vermindern, empfiehlt Bauphysiker Wolfgang Schäfer Außenjalousien, die elektrisch betätigt und per BUS-Technologie dem im Tagesverlauf veränderlichen Sonnenstand angepasst werden können.

„Außenjalousien sind besonders geeignet, den Hitzeeintrag in Wohnräume zu vermindern, weil sie beim Beschatten weniger Licht als Klapp- oder Rollläden wegnehmen. Man möchte sich in der Wohnung ja nicht wie im dunklen Keller fühlen!“, führt Holzbauexperte Wolfgang Schäfer aus.

An manchen Fassaden ist auch die Installation großflächiger Schiebeläden denkbar, die fassadenseitig in einem Schienensystem gelagert sind und eine elektrische Betätigung per Fernbedienung ermöglichen. Damit lassen sich modern wirkende Akzente setzen, die sanierte Gebäude optisch zusätzlich aufwerten.

Klappläden, auf deren einer Seite PV-Module angebracht sind, die in geöffnetem Zustand den Betriebsstrom für ihren elektrischen Antrieb generieren, sind ebenfalls eine Überlegung wert. Je nach Stil des Hauses lassen sie sich klassisch, modern oder avantgardistisch-futuristisch gestalten. Aufmerksamkeitsstark und praktisch zugleich sind sie allemal.

Durch eine Erweiterung des Dachüberstands lässt sich das unter dem Dach liegende Geschoss dauerhaft wirkungsvoll beschatten. Die Sonnenstrahlen treffen dann nicht mehr auf die gesamte Fassadenfläche und die Fenster des Geschosses und müssen daher nicht unter zusätzlichem Energieverbrauch heruntergekühlt werden.

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Einen wirkungsvollen Beitrag zur natürlichen Temperaturregelung an der Außenwand können auch Begrünungsmaßnahmen leisten: Pflanzen, die an der Fassade wachsen und durch ihre Feuchte kühlen. An der TUM in München läuft ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zu den Auswirkungen von Fassadenbegrünungen an Bestandsgebäuden auf das Innenraumklima: https://mediatum.ub.tum.de/doc/1728650/1728650.pdf

Auch das Beschichten von Fenstern und verglasten Türen mit Sonnenstrahlen absorbierenden oder gar reflektieren Folien mindert den Hitzeeintrag und hält zugleich neugierige Blicke ab. Das macht Sinn, wenn der Anteil der Fensterflächen eines Hauses mehr als 50 Prozent der gesamten Außenhülle (Fassade und Dach) beträgt. Dann ist es umso wichtiger, alle Fensterflächen intelligent zu verschatten und ein flexibles Lichtmanagement im Haus zu ermöglichen.

Zusammenfassung

Mauerwerksgebäude heizen sich im Sommer tagsüber stark auf; ihr mineralischer Baukörper speichert die Wärme und gibt sie nur verzögert wieder ab. Das hat zur Folge, dass sich Wohnräume in ungedämmten Gebäuden stark aufheizen und bis in den späten Abend unangenehm warm bleiben, so dass man nachts nur schwer in den – oft wenig erholsamen – Schlaf findet.

Ziel von Dämmmaßnahmen muss daher im Sommer die Verringerung der Intensität des Wärmeeintrags sein; ebenso soll der Wärmedurchgang durch die Wände von außen nach innen so lange hinausgezögert werden, bis es draußen deutlich kühler ist. Gewünscht sind im Hochsommer also eine möglichst große Dämpfung bzw. Kappung der Hitzespitzen (Amplitudendämpfung) und eine starke zeitliche Verzögerung ihres Ankommens im Raum (Phasenverschiebung).

Elektrisch betätigte Klimaanlagen können den Hitzestress zwar mindern, tragen durch ihren Betriebsenergiebedarf aber selbst zum Aufheizen der Atmosphäre und somit zum Klimawandel bei.

Alternativ können gezielte Dämmmaßnahmen den Bewohnern Linderung verschaffen und die Hitze des Tages dauerhaft aus dem Wohnbereich fernhalten. Das geht mittels Dämmung der Innenwände. Insbesondere Holzfaserdämmplatten bieten sich hierfür an. Sie wirken dem Wärmeeintrag wirkungsvoll entgegen, sorgen durch ihren kapillaren Aufbau für gesundes Raumklima (mit einem gesundheitszuträglichen Feuchtegehalt zwischen 45 und 55 Prozent), indem sie die Raumluftfeuchte permanent ausgleichen, und lassen sich außerdem dekorativ beschichten.

Ideal ist eine diffusionsoffene Beschichtung mit Lehm und Lehmfarbe. Die Mitgliedsfirmen im DHV kennen zahlreiche weitere Wandbeschichtungen und Raumdekore. Sie beraten gern objektbezogen, so dass sich das gewünschte Ergebnis präzise planen lässt.

All das funktioniert weitgehend ohne Energieverbrauch und Stromkosten. Von den Bewohnern hinzunehmen ist nur, dass die Dämmung der Innenwände ringsum ein paar Zentimeter Wohnfläche kostet. Dafür halten natürliche Dämmplatten aus Hanf- oder Holzfasern etc. den Raum im Sommer angenehm kühl und im Winter kuschelig warm, was zudem den Heizenergiebedarf in der kalten Jahreszeit verringert.

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