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Artikel und Hintergründe zum Thema

CEMLOOP XL

Kai Ingmar Link,

Etex und Heidelberg Materials: Gemeinsam besser recyceln

Im Rahmen des Projekts soll Faserzementabfall in einen Sekundärrohstoff umgewandelt werden, der anschließend in der Zementproduktion von Heidelberg Materials zum Einsatz kommt. © Heidelberg Materials

Das belgische Unternehmen Etex und Heidelberg Materials Benelux haben das gemeinsame Projekt CEMLOOP XL zum industriellen Recycling von Faserzement gestartet.  

Im Rahmen des Projekts soll Faserzementabfall in einen Sekundärrohstoff umgewandelt werden, der anschließend in der Zementproduktion von Heidelberg Materials zum Einsatz kommt. © Heidelberg Materials

Ziel des Projekts ist die Umsetzung eines geschlossenen Wertstoffkreislaufs für Faserzement unter Einsatz innovativer Technologien. Das Projekt wird durch das LIFE(L‘Instrument Financier pour l‘Environnement)-Programm der Europäischen Union kofinanziert.

Im Rahmen des Projekts soll Faserzementabfall in einen Sekundärrohstoff umgewandelt werden, der anschließend in der Zementproduktion von Heidelberg Materials zum Einsatz kommt. Der daraus hergestellte CO2-reduzierte Zement wird wiederum in der Faserzementfertigung bei Etex verwendet. So entstehen neue Produkte mit einem Recyclinganteil von über 20 Prozent und einer rund 15 Prozent geringeren CO2-Bilanz. Der Projektstart ist für 2026 in Belgien geplant. Weitere Länder – darunter auch Deutschland – sollen schrittweise folgen.

Die Umsetzung erfolgt über zwei technische Prozesse: Etex hat gemeinsam mit der Jacobs Group, ein belgisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung nachhaltiger Lösungen im Bereich Baustoffrecycling spezialisiert hat, ein Verfahren zur Herstellung von recyceltem Faserzementpulver (Recycled Fibre Cement Paste, kurz: RFCP) entwickelt. Dieses soll sowohl aus Etex eigenen Produktionsabfällen als auch aus gebrauchten Faserzementprodukten aus dem Markt hergestellt werden.

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Dadurch wird unter anderem die Deponierung der Abfälle vermieden und das Material kann wieder in den Wertschöpfungskreislauf integriert werden. Eine Recyclinganlage in Hemiksem (südlich von Antwerpen) befindet sich derzeit im Bau und soll bis Mitte 2026 fertiggestellt werden. Das recycelte Faserzementpulver wird anschließend mittels des sogenannten CCLIX-Verfahrens von Heidelberg Materials in einem weiteren Schritt karbonatisiert, wobei aus dem Zement-Produktionsprozess entstandenes COgenutzt wird.

Das Ergebnis ist ein Material mit zementähnlichen Eigenschaften, das den Primärrohstoff Klinker in der Herstellung von CO-armen Zement zum Teil ersetzen kann. Ein spezieller Karbonatisierungsreaktor am Standort Lixhe (Provinz Lüttich, Belgien) ist bis Ende 2028 geplant.

Ökologische Effekte des Projekts im Überblick:

• Vermeidung von jährlich rund 60.000 Tonnen von Faserzementabfall

• Einsparung von etwa 100.000 Tonnen Kalkstein pro Jahr

• Reduktion der CO2-Emissionen in der Zementproduktion um mindestens 20 Prozent und Senkung des Energieverbrauchs um rund 15 Prozent

• Herstellung neuer Faserzementprodukte mit über 20 Prozent Recyclinganteil und rund 15 Prozent geringerer CO2-Bilanz

• Bindung von etwa 900 kg COpro Tonne RFCP

Das Projekt CEMLOOP XL verbindet CO2-Nutzung und -Speicherung in einem integrierten Prozess. Das gebundene CObleibt dauerhaft im Material eingeschlossen und wird während des Produktlebenszyklus und darüber hinaus nicht wieder freigesetzt. Gemäß EU-Regelungen gilt dies als dauerhafte CO2-Senke. Das Projekt wurde im Juni 2025 in das LIFE-Programm der Europäischen Union aufgenommen und wird finanziell gefördert.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Dezember-Ausgabe des Baugewerbe Magazins.

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