Baugewerbe x FACHKRÄFTE
Im digitalen Bewerbermarkt
Trotzdem stehen viele Betriebe vor einer großen Herausforderung: das Suchen und Finden von Mitarbeitenden. Viel Auswahl gibt es häufig nicht unter den Bewerbungseingängen – wenn überhaupt qualifizierte Bewerbungen im Betrieb eingehen.
Was tun? Zwei wichtige Stichworte: die eigene Sichtbarkeit in den digitalen Kanälen erhöhen und die Arbeitgeberattraktivität zeigen. Der Handwerksbetrieb sollte sich selbst ins Rampenlicht rücken und die Vorzüge am eigenen Gewerk und Betrieb verkörpern. Dabei helfen Fragestellungen: "Wieso arbeiten meine Mitarbeitende gern bei mir?", "Was biete ich, was andere Betriebe nicht haben?" oder "Was macht unser Gewerk aus?".
Digitale Kanäle nutzen
Tue Gutes und rede darüber – das gilt auch digital. Social-Media-Kanäle, wie Instagram, Facebook und TikTok können dabei helfen, Betriebe auf dem Arbeitsmarkt sichtbar zu machen und exklusive Einblicke in den Betriebsalltag, die Arbeitsaufgaben und zu den zukünftigen Kollegen zu geben. Auf diesen Kanälen vermitteln Bilder und Videos einen ersten Eindruck getreu dem Leitsatz "Emotion steht vor Information". Wichtig! Die Inhalte kommen nur gut an, wenn die Eindrücke authentisch sind und nicht gestellt wirken.
Wie anfangen?
Der Einstieg ins Thema fällt oft schwer, vor allem, wenn die Kanäle neu sind. Unser Leitfaden kann dabei helfen, Schritt für Schritt mit der Kommunikation auf den digitalen Kanälen zu starten. In der dreiteiligen Beitragsreihe erhalten Sie Tipps und Tricks zur digitalen Mitarbeitergewinnung. Erfahren Sie mehr über mögliche Zielgruppen und, wie Sie künftig Social Media oder eine Karriereseite nutzen können, um noch mehr potenzielle Arbeitssuchende anzusprechen und den gesamten Bewerbungsprozess zu vereinfachen.
Anfangen sollten Sie mit der Zielgruppe: Wer wird gesucht – wer soll mit der Stellenanzeige angesprochen werden? Und auch wir starten mit diesem Thema:
Zielgruppe (er)kennen
Je nachdem, ob Auszubildende, Gesell:in oder Meister:in gesucht werden, erreichen Sie diese auf unterschiedlichen Kanälen. Jede Zielgruppe hat andere Bedürfnisse und Gewohnheiten. Also: Wen möchten Sie erreichen? Was zeichnet diese Zielgruppe aus? Dabei kann das Generationenmodell hilfreich sein. Es legt Altersgruppen zusammen, die auf Basis der Ereignisse bzw. Trends geprägt wurden und beschreibt diese. Dies lässt sich am Beispiel von zwei Generationen sehr gut darstellen.
Die Generation Z ist vielen bestimmt schon bekannt und auch im Generationenmodell vertreten. Die Menschen aus der Gen Z – wie sie auch genannt wird – sind zwischen den Jahren 1995 und 2009 geboren. Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist ihnen wichtig. Als Digital Natives sind sie mit dem Internet und dem digitalen Wandel aufgewachsen und bestens mit der digitalen Welt vertraut. Die Kommunikation findet hauptsächlich online statt und vor allem auf den sozialen Plattformen, wie Instagram und TikTok. Das bedeutet: Wenn Sie Mitarbeitende aus dieser Altersgruppe suchen, müssen auch diese Plattformen bei der Kommunikation berücksichtigt werden. Ein gut gepflegtes Profil bei Instagram, wo auch die Stellenanzeige zu finden ist, wäre also von Vorteil.
Es kann zudem helfen, die Eigenheiten der Generation zu verstehen. Haben Sie schon mal etwas von einer Telephobie gehört? Hiermit ist die Angst gemeint, ein bevorstehendes Telefonat zu tätigen. Menschen mit Telephobie fürchten, nicht kompetent zu sein, das Falsche zu sagen, nicht richtig auf eine Frage zu reagieren oder beurteilt zu werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dieses Bedürfnis zu kennen und darauf einzugehen. Die Ansprache über Social Media eignet sich dafür sehr gut, da sich die potenziellen Bewerbenden erstmal einen Einblick übers Unternehmen verschaffen können, bevor sie in Interaktion treten. Um weitere Hemmschwellen abzubauen, kann ein Probearbeitstag helfen. So kann in den Betrieb hineingeschnuppert werden, um herauszufinden, ob es passt.
Im Vergleich zur Generation Z stehen die Babyboomer mit den Geburtsjahren von 1950 bis 1964. Zwischen diesen beiden Generationen gibt es oft Herausforderungen in der Verständigung. Kein Wunder, denn die Babyboomer sind zu einer anderen Zeit aufgewachsen und haben somit ganz andere Anforderungen an ihren Arbeitgeber. Als Generation mit sehr hoher Geburtenrate sind sie hauptsächlich über die klassischen Medien wie Radio, TV und Printmedien erreichbar. Das persönliche Gespräch spielt eine große Rolle. Die Babyboomer sind sehr fleißig – getreu dem Motto "Leben, um zu arbeiten".
Sie sehen, es ist wichtig, sich vorab mit den Generationen auseinanderzusetzen, ihre Unterschiede zu kennen, ihre Eigenheiten zu verstehen und vor allem zu akzeptieren. Trotzdem liefert das Generationenmodell nur eine Tendenz, und es lassen sich nicht alle Menschen pauschal einer Kategorie zuordnen. Allerdings kann das Modell für eine grobe Einordnung hilfreich sein. Wenn klar ist, wer für die offene Position gesucht wird, kann in der Kommunikation besser auf die Bedürfnisse eingegangen werden. Die Rücklaufquote an Bewerbungen wird somit dann deutlich höher sein, wenn die Bewerbenden richtig angesprochen werden.
Nachdem Sie sich über Ihre Zielgruppen klar geworden sind, können Sie sich den Kanälen widmen, dem zweiten Schritt aus unserem Leitfaden. Freuen Sie sich in der nächsten Ausgabe auf fünf Tipps zur Optimierung Ihres Instagram-Profils, Tipps zur Karriereseite und zu TikTok. In einer weiteren Ausgabe schauen wir uns an, wie Sie Ihre Mitarbeitenden bei der Umsetzung einbinden können und welche Rahmenbedingungen für die Umsetzung notwendig sind, aber auch, wie Sie Stellenanzeigen interessant gestalten und das Thema Datenschutz berücksichtigen können.
Dieser Gastbeitrag erschien zuerst in Ausgabe 06_204.












