Mauerwerksbau
Baustelle ohne Maurerkelle und Mörtelschlitten
In Knittlingen, einer kleinen Gemeinde östlich von Karlsruhe, entstehen in knapp einem Jahr Bauzeit zwei Mehrfamilienhäuser, bei denen die Maurer die Kelle durch einen Wasserschlauch ersetzen. Das Praxisbeispiel zeigt, dass sich die sogenannten Mörtelpads von Maxit nicht nur für den klassischen Einfamilien- und Doppelhausbau, sondern auch für mehrgeschossige Gebäude eignen.

In einem Wohngebiet von Knittlingen entstehen zwei mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser. Der Entwurf stammt von dem Architekten Gerd Bühler, der zwei klar konzeptionierte, leicht in die Länge gestreckte Gebäudekuben entwarf und den beiden oberen Geschossen jeweils ein in Holzständerbau errichtetes Penthouse aufsetzte. Die zwei Untergeschosse sind prädestiniert für den Ziegelbau. Die Mauerziegel stammen aus dem Ziegelwerk Schmid. Als Mitglied der Unipor-Gruppe bietet der Ziegelhersteller ein breitgefächertes Produktprogramm hinsichtlich der Statik sowie des Schall- und Wärmeschutzes.

Auch der Bauherr, die Pronath Immobilien GbR, war schnell von der langfristig wirtschaftlichen, monolithischen Bauweise mit Mauerziegeln überzeugt. Die 36,5 cm dicke Außenwand erreicht dank des Wärmedämmziegels „Unipor W08 Coriso“, einem Kalkinnenputz in 15 mm Stärke sowie 20 mm Leichtputz außen mühelos einen U-Wert von 0,21 W/m2K. Zusammen mit dem U-Wert von 0,17 W/m2K des aufgesetzten Holzständerwerkes sind hiermit die wesentlichen Grundvoraussetzungen für das Erreichen des Niedrigenergieförderstandards KfW 70 erfüllt.
Bei den Innenwänden wurden die Möglichkeiten des „Systembaukastens“ von Unipor voll ausgeschöpft: Die Trennwände der Untergeschosse sind aus HLZ-Planziegeln in 11,5 und 24 cm Breite gesetzt. Die erhöhten Schallschutzanforderungen an die Wohnungs- und Lifttrennwände erfüllen mit Beton verfüllten Ziegel-Schalsteine.
Innovative Technik als Alternative zum Mörtelschlitten
In Knittlingen gingen Architekt und Bauherr einen innovativeren Weg und entschieden sich zusammen mit der im Ort ansässigen, für den Rohbau zuständigen Firma Dürrwächter & Friedrich für das von Franken Maxit (Azendorf, Oberfranken) entwickelte „Mörtelpad“. Der qualifizierte Handwerker ist geblieben, die Maurerkelle wurde dagegen nur noch selten benutzt.

Die Grundidee des „Mörtelpad“ ist simpel. Franken Maxit entwickelte ein „Mörtelpad“, das trocken auf das angefeuchtete Mauerwerk aufgelegt wird und anschließend nur noch gewässert werden muss. Die Lösung aller technischen Probleme einschließlich der Einholung der erforderlichen bauaufsichtlichen Zulassungen erstreckte sich über mehrere Jahre. Am Ende der Entwicklung standen Pads, die sich aus einem Leichtdünnbettmörtel und einem wasserlöslichen Schmelzkleber zusammensetzen. Zusätzliche Stabilität gibt ein integriertes Glasfasergewebe.
Dieses neuartige „Mörtelpad“ von Maxit bringt das bisher etablierte Verfahren mit deckelndem Dünnbettmörtel entscheidend weiter. Nach Auftrag des Wassers bindet der Schmelzkleber hydraulisch ab und bildet eine ein bis drei Millimeter dünne, vollflächige Mörtelfuge. Dieser Abbindevorgang erfolgt analog zu herkömmlichen mineralischen Mauermörteln, sodass am Ende vergleichbare bautechnische Werte erzielt werden. Das Anmischen des Mörtels entfällt – lediglich der Wasserschlauch wandert von Stein zu Stein. „Dieses System ist eine rundum saubere Sache“, erklärt Wilfrid Friedrich, Geschäftsführer von Dürrwächter & Friedrich. Das Mischungsverhältnis aller Bestandteile ist ab Werk exakt dosiert und zu viel Wässerung nicht möglich. Letzteres stellt Maxit sicher, indem die Oberfläche der Pads so strukturiert ist, dass nur die benötigte Wassermenge darin stehen bleiben kann. Überschüssiges Wasser läuft seitlich über. „Im Prinzip sind meine Maurer für diese Technik fast überqualifiziert“, so Wilfrid Friedrich weiter. „Ich kann mich darauf verlassen, dass die ‚Mörtelmischung‘ stimmt und alle Fugen ganzheitlich gedeckelt sind.“
Sauberes und gleichmäßiges Fugenbild

Hinsichtlich der Festigkeits- und Verbundeigenschaften liegen Mörtelpads gleichauf mit einem Dünnbettmörtel der Klasse M10. Dem Bauherrn war zudem wichtig, dass das Mörtelpad ein rein mineralisches Produkt ist, das seinen Ursprung in natürlichen Rohstoffen hat. In Knittlingen sieht man derzeit das, was man nicht sieht: Eine Baustelle ohne Maurerkelle, Mörtelschlitten und Mischmaschine – Hilfsmittel, die früher das Bild einer Baustelle prägten.
Dipl.-Ing. Peter Gahr








