Gewerbebau in Kaufbeuren

Damir Mioc,

Linara - ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig

Die neue „Erlebniswelt“ von Linara in Kaufbeuren, einer 100-prozentigen Tochter der Solarlux-Gruppe, setzt eine Reihe architektonisch hochwertiger Industriebauten der Unternehmensgruppe fort. Nach einem Verwaltungsgebäude für die niederländische Niederlassung in Nijverdal im Jahr 2010, dem Neubau der Schweizer Tochtergesellschaft im Jahr 2012 und der Solarlux-Firmenzentrale im niedersächsischen Melle im Jahr 2016 ist dies bereits der vierte Neubau, der konsequent unter nachhaltigen Gesichtspunkten realisiert wurde.

Der Gewerbebau von Linara in Kaufbeuren: Westseite mit Besuchereingang und großer Doppelfassade © Constantin Meyer/Solarlux

Wie bei den bisherigen Standorten sollte auch dieser einen wesentlichen Baustein der Unternehmensphilosophie widerspiegeln: Transparenz und Offenheit nach außen, verbunden mit ressourcenschonender Bauweise und optimalen Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Hinzu kommt das Konzept des „Bildenden Bauens“. Dahinter verbirgt sich die Idee, alle technischen und ökologischen Zusammenhänge durch leicht verständliche Informationstafeln für Gäste und Belegschaft sichtbar zu machen. Denn Geothermie geschieht ebenso im Verborgenen wie die thermische Betonkernaktivierung oder die Lowtech-Funktion einer Doppelfassade zur natürlichen Klimatisierung.

Für den Architekten Dr. Peter Kuczia war die optimale Wirkung der PV-Module ausschlaggebend für den Entwurfsprozess, die durch die Längsausrichtung des Gebäudes von Norden nach Süden erreicht werden konnte. So trifft die morgens und abends tief stehende Sonne an der West- und Ostfassade optimal auf die gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV). 750 PV-Module erzeugen so auf einer Fläche von 850 m² eine Gesamtleistung von rund 145 kWp.

Anzeige

Als offene und moderne Bürolandschaft konzipiert, bietet der Neubau auf zwei Etagen rund 40 ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze mit sehr guter Akustik, natürlicher Belüftung und viel Tageslicht. Hinzu kommen Rückzugs- und Kommunikationszonen sowie eine Cafeteria im Erdgeschoss. Als architektonische Besonderheit ist die Gebäudehülle in diesen Bereichen als Doppelfassade ausgebildet, die eine individuelle und manuelle Steuerung des Raumklimas ermöglicht.

Die äußere, ungedämmte und die innere, hoch wärmegedämmte Glasebene bilden einen begehbaren Fassadenkorridor. Sind beide Ebenen vollständig geschlossen bieten sie hohe Wärmedämmung. Gleichzeitig wirkt diese Hülle als Solar-Luft-Kollektor. Kuczia über das Solarlux-Konzept: „Je nach Witterung können die Mitarbeiter die Glas-Faltwände im Inneren auffalten und die vorgewärmte Frischluft in ihre Arbeitsräume strömen lassen. Das ist vor allem an kälteren Tagen von Vorteil. Bei hohen Außentemperaturen werden nur die äußeren Schiebe-Dreh-Elemente vollständig geöffnet. So wird ein Hitzestau vermieden.“

Der Neubau in Kaufbeuren zeigt, dass eine großflächig transparente Gebäudehülle auch energetisch funktioniert: Glas-Faltwände, das Maximal-Schiebefenster Cero und Ganzglas-Schiebe-Dreh-Elemente sowie Pfosten-Riegel-Fassaden aus Holz-Aluminium bringen viel Tageslicht und frische Luft ins Innere, ohne die Räume aufzuheizen.

Für die innere, wärmegedämmte Ebene der Doppelfassade wurde das Glas-Faltwand-System Highline von Solarlux eingesetzt. Dieses zeichnet sich durch sehr gute U-Werte in Verbindung mit schmalen Profilansichten aus. Die insgesamt acht Glas-Faltwände mit einer Breite von 6 m und einer Höhe von bis zu 3,30 m bestehen aus je 8 Glas-Elementen. Mittig mit einem Stulp versehen, bieten die Glas-Faltwände vielfältige Öffnungsvarianten bis hin zu einer maximalen Öffnungsbreite von ca. 5,40 m. Ebenso sind Spaltlüftungen möglich, bei denen die Faltelemente in vordefinierten Positionen arretiert werden.

Die Möglichkeit der Spaltlüftung bietet auch die ungedämmte äußere Glasebene. Sie besteht aus dem Schiebe-Dreh-System Proline T, das in Kombination mit der Ganzglas-Brüstung SL Plus eine einheitliche und durchgängige Fassadenoptik bildet. Die jeweils 6 m breiten Elemente wurden im Werk in Modulbauweise vorgefertigt und vor Ort an die vorgestellte Stahlkonstruktion montiert. Die Proline T-Schiebe-Dreh-Elemente lassen sich platzsparend an den Stahlstützen der „Balkone“ parken, um die Außenhaut komplett zu öffnen. 

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Fenster

Kneer-Südfenster setzt auf Accoya

Moderne Holzfester müssen heute höchste Ansprüche erfüllen: Energieeffizienz, Witterungsbeständigkeit, Dimensionsstabilität, Schallschutz und Gestaltungsflexibilität. Kneer-Südfenster setzt dafür auf Accoya in Verbindung mit einer...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren