Nachhaltigkeit
CO₂-reduzierte Zementproduktion – Parlamentarische Staatssekretärin Daniela Ludwig weiht neue Anlage ein
Am 1. Oktober fand im Zementwerk der Rohrdorfer Unternehmensgruppe ein bedeutender Schritt in Richtung klimafreundlicher Zementproduktion statt. Im Beisein zahlreicher Gäste sowie Vertretern aus Regional- und Landespolitik wurde die neue Versuchsanlage für getemperte Tone feierlich eingeweiht. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, Daniela Ludwig, durchschnitt gemeinsam mit Rohrdorfer Geschäftsführer Mike Edelmann das symbolische Band zur offiziellen Inbetriebnahme der Anlage.
Das Projekt ist Teil eines Pilotvorhabens, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie der Europäischen Union gefördert wird. Aufgrund seines hohen Innovationspotenzials wird die Anlage mit bis zu 8,65 Millionen Euro unterstützt.
Beitrag zur Dekarbonisierung der Zementherstellung
Die thermische Behandlung von Ton – das sogenannte Tempern – gilt als zentraler Hebel, um die CO₂-Emissionen in der Zementproduktion deutlich zu senken. In der neuen Anlage werden täglich bis zu 50 Tonnen Rohton getempert. Durch den teilweisen Ersatz des CO₂-intensiven Klinkers durch getemperte Tone kann der CO₂-Ausstoß um rund 30 Prozent reduziert werden. Die Versuchsanlage dient der Erforschung optimaler Zusammensetzungen und Prozesse für die Verwendung dieser Tone als Klinkerersatz. Damit stellt sie einen wichtigen Baustein im Dekarbonisierungsfahrplan von Rohrdorfer dar.
Daniela Ludwig zeigte sich bei ihrer Rede überzeugt vom Engagement des Unternehmens: „Mit dieser neuen Anlage beweist das Zementwerk Rohrdorf erneut, dass es zu den innovativsten Unternehmen in unserer Region zählt. Die Dekarbonisierung der Zementindustrie ist eine wichtige Aufgabe, wenn Deutschland seine Klimaziele wie geplant erreichen soll. Ich bin beeindruckt, mit welcher Entschiedenheit und welchem unternehmerischen Mut zu Investitionen Rohrdorfer diese Aufgabe angeht.“
Auch Landrat Otto Lederer und Landtagsabgeordneter Daniel Artmann waren bei der Einweihung vor Ort und betonten die Bedeutung des Projekts für die Region. Otto Lederer erklärte: „Ein Blick nach Rohrdorf zeigt, dass die bayerische Industrie innovationsfreudig wie eh und je ist und das Thema Klimaschutz längst auf der Agenda hat.“
Daniel Artmann ergänzte:„Es sind Initiativen wie diese, die in unserer Region Arbeitsplätze und somit den Wohlstand sichern. Ich gratuliere Rohrdorfer zu diesem Meilenstein.“
Weiterentwicklung bis 2026 geplant
Das interne Net Zero Emission-Team der Rohrdorfer Unternehmensgruppe wird die Versuchsanlage bis Ende 2026 intensiv nutzen, um die optimale Zusammensetzung der eingesetzten Tone sowie die Effizienz der thermischen Behandlung weiter zu erforschen und zu verbessern. Ziel ist es, auf Grundlage der Erkenntnisse eine Großanlage zu errichten, die das Potenzial besitzt, bis zu 60 Prozent der CO₂-Emissionen zu vermeiden – fast die Hälfte davon allein durch den Einsatz getemperter Tone.
Trotz des technologischen Fortschritts sieht Geschäftsführer Mike Edelmann noch erhebliche Herausforderungen: „Innerhalb unserer Werke haben wir viel erreicht, aber an den Werkszäunen endet unser Einfluss. Die fehlende Planungssicherheit beim Transport und der Speicherung des Kohlendioxids, keine wettbewerbsfähigen Strompreise und eine unsichere Förderlandschaft sind für uns ein Bremsklotz. Wir brauchen dringend mehr Unterstützung und Rückhalt von der Politik, sonst sind die Klimaziele nicht zu schaffen.“
Die Einweihung der neuen Versuchsanlage am Standort Rohrdorf markiert einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur CO₂-reduzierten Zementproduktion. Sie zeigt, welches Potenzial in der Weiterentwicklung bestehender industrieller Prozesse liegt – und wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Politik ist, um nachhaltige Lösungen zu realisieren.












