Baustoffe und Finanzen
BayWa trennt sich von Dr. Frank Hiller und treibt Restrukturierung voran
Die BayWa AG richtet ihre Führungsstruktur neu aus. Der Abschied von Dr. Frank Hiller markiert einen wichtigen Schritt in der laufenden Restrukturierung.
Strategischer Einschnitt an der Spitze der BayWa
Die BayWa AG stellt zum Jahresbeginn 2026 entscheidende Weichen für ihre weitere Entwicklung. Dr. Frank Hiller, bislang Vorstandsvorsitzender des international tätigen Handels- und Dienstleistungsunternehmens, wird die BayWa zum 31. Juli 2026 im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Sein Amt als CEO endet bereits mit sofortiger Wirkung. Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen über die mittel- bis langfristige strategische Ausrichtung des Konzerns.
Für Bauunternehmer, Projektleiter und Entscheider im Bauwesen ist diese Personalentscheidung von besonderer Bedeutung, da die BayWa als wichtiger Anbieter von Baustoffen, Techniklösungen und Dienstleistungen eine zentrale Rolle entlang der Wertschöpfungskette der Baubranche einnimmt.
Dreiköpfiger Vorstand übernimmt Gesamtverantwortung
Mit dem Ausscheiden von Dr. Frank Hiller setzt die BayWa auf ein kollektives Führungsmodell. Die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden werden auf die drei verbleibenden Vorstandsmitglieder verteilt. Michael Baur, Prof. Dr. Matthias J. Rapp und Dr. Marlen Wienert übernehmen gemeinsam die operative und strategische Steuerung des Unternehmens.
Die Neuordnung der Zuständigkeiten innerhalb dre BayWa ist eng mit den laufenden Sanierungsmaßnahmen verknüpft. Michael Baur verantwortet künftig neben seiner Funktion als CRO die Bereiche Strategie, Recht sowie die Geschäftsfelder Baustoffe und Technik. Damit rücken genau jene Segmente in den Fokus, die für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe von zentraler Relevanz sind. Prof. Dr. Matthias J. Rapp erweitert sein Finanzressort um Compliance, Revision und Investor Relations, während Dr. Marlen Wienert zusätzlich das Personalressort sowie den Bereich Nachhaltigkeit übernimmt.
Restrukturierung verläuft planmäßig
Nach Angaben des Aufsichtsrats befindet sich die Restrukturierung der BayWa AG weiterhin auf Kurs. Wichtige Fortschritte wurden insbesondere durch die Entschuldung des Konzerns erzielt, unter anderem durch den Verkauf der RWA und Cefetra im Jahr 2025. Parallel dazu wurde das Kerngeschäft stabilisiert, die operative Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und die Liquidität langfristig gesichert.
Gerade für die Bauwirtschaft ist diese Entwicklung relevant, da die BayWa mit ihrem Fokus auf Baustoffe, Technik und Service ein verlässlicher Partner in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld bleiben will. Die neue Vorstandsstruktur soll dazu beitragen, Entscheidungswege zu verkürzen und die strategische Neuausrichtung konsequent umzusetzen.
Bedeutung für die Baubranche
Der Führungswechsel bei der BayWa unterstreicht, wie stark sich auch große Marktteilnehmer aktuell anpassen müssen. Themen wie Wirtschaftlichkeit, klare Verantwortlichkeiten und eine stabile Versorgung mit Baustoffen gewinnen weiter an Bedeutung. Für die Baubranche bleibt die BayWa damit ein wichtiger Indikator dafür, wie sich Handels- und Dienstleistungsstrukturen in einem volatilen Marktumfeld neu aufstellen.
Mit der Neuausrichtung des Vorstands setzt die BayWa ein Signal für Kontinuität in der Umsetzung der Restrukturierung und für eine klare Fokussierung auf ihre Kernmärkte – ein Faktor, der auch für Bauunternehmen und Entscheider entlang der Baustellenpraxis von hoher Relevanz ist.












