Brückenbau von Echterhoff
Alle Wege führen über das Trogbauwerk
Bei Kamen soll der Verkehr in neuen Bahnen fließen. Den Plan für den neuen planfreien Verkehrsknotenpunkt haben Echterhoff und Hugo Schneider umgesetzt.
Die Beseitigung des bahngleichen Übergangs an der Südkamener Straße in Kamen war schon lange ein Herzenswunsch der Deutschen Bahn und des Kreises Unna. Ende 2023 stand er kurz vor der Erfüllung: Der Bahnübergang wurde zurückgebaut und gleichzeitig eine neue Verbindungsstraße geschaffen, die Südkamener Spange (K40n) zwischen Dortmunder Allee (L663) und Westicker Straße (K40). Sie wird über ein Trogbauwerk unterhalb der DB-Strecke 2650 geführt, somit kann der Knotenpunkt planfrei gestaltet werden. Das Trogbauwerk "Südkamener Straße" besitzt eine Gesamtlänge von rund 295 m und schließt beidseitig an die bereits ausgeschriebene und hergestellte Eisenbahnüberführung an.
Was eine hervorragende Verkehrslösung für die einen ist, stellt andere wiederum vor neue Herausforderungen: die Firma Gülde zum Beispiel. Durch ihren Firmensitz läuft ab sofort das Trogbauwerk. Sprich, das Firmengelände liegt beidseitig des neuen Bauwerks. Das bedeutet erstens, dass hier bei laufendem Werksverkehr von Gülde gebaut wurde. Und zweitens, dass die ArGe Echterhoff / Hugo Schneider dem Trogbauwerk noch eins draufgesetzt hat: die sogenannte "Güldebrücke", die beide Grundstücksseiten verbindet.
Die Herstellung des Trogbauwerks erfolgte in Endlage in einer geschlossenen Baugrube mit einer überschnittenen Bohrpfahlwand, die aus unbewehrten Primärpfählen und bewehrten Sekundärpfählen besteht. Der Pfahldurchmesser beträgt hier d = 1,20 m mit einem Pfahlabstand der Sekundarpfahle von a = 2,00 m. Hierzu wurden 9.210 m³ Beton eingebaut. Die mit der Bohrpfahlwand umschlossene Baugrube musste abschnittsweise mit vorgespannten Temporär-Ankern gesichert werden.
Der Trog besteht aus zehn Blöcken mit einer Länge von rund 30 m. Auf einer 1 m dicken Bodenplatte aus Stahlbeton wurden die bis zu 7 m hohen Trogwände mittels einhäutiger Schalung gegen die überschnittenen Bohrpfahlwände betoniert. Zur Trennung des Geh- und Radweges zur Fahrbahn wurde zusätzlich eine Mittelwand hergestellt. Dies erforderte den Einsatz von 7.500 m³ Beton und 4.640 m² Schalung.
Die besondere Herausforderung bestand im hochstehenden Grundwasser, das bis direkt unterhalb der Grasnarbe reichte. Mithilfe von gebohrten Tiefbrunnen im Durchmesser 1,20 m konnte das Problem gelöst werden. So wurde das Wasser in den nahegelegenen Körnebach abgeleitet.
Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 01-02_2024.












