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Artikel und Hintergründe zum Thema

Pilotprojekt

Kai Ingmar Link,

Vector Informatik denkt Ladeinfrastruktur neu

Elektro-Lkw gelten als zentraler Baustein für die klimafreundliche Transformation des Schwerlastverkehrs. Doch ohne flexible Ladeinfrastruktur bleiben alternative Antriebe schwer umsetzbar. 

E-LKW beim Ladevorgang an einer Hochleistungsladesäule. © Vector Informatik

Ein Pilotprojekt auf dem Vector Campus in Stuttgart zeigt, wie das Forschungsprojekt Banula mit dem Durchleitungsmodell praktikable Lösungen entwickelt.

Der Bau steht vor steigenden Kosten, ehrgeizigen Klimazielen und dem Druck zur Transformation. Alternative Antriebe gewinnen an Bedeutung, doch bleibt die Frage: Wie lassen sich Elektro- Lkw wirtschaftlich laden? Das Forschungsprojekt Banula (Barrierefreie und Nutzerfreundliche Lademöglichkeiten schaffen), koordiniert vom Fraunhofer IAO, erprobt hierzu neue Ansätze.

Auf einer Roadshow im September 2025 wurde auf dem Vector Campus in Stuttgart erstmals ein Elektro-Lkw im Durchleitungsmodell geladen. Dieses entkoppelt Ladeinfrastruktur und Strombeschaffung: Betreiber stellen Ladepunkte bereit, Nutzer bringen ihren eigenen Stromvertrag mit. Die energiewirtschaftliche Abwicklung erfolgt über ein virtuelles Bilanzierungsgebiet, das Strommengen eindeutig zuordnet – ohne Roaming-Plattformen und doppelte Schnittstellen. Ergebnis: geringere Komplexität, Transparenz und neue Möglichkeiten für netzdienliche Optimierungen, etwa durch Photovoltaik.

Für Bauunternehmen eröffnet dies flexible Optionen: vom Laden der eigenen Elektro-Lkw- Flotte über die Nutzung von PV-Strom am Depot bis hin zur Integration privater Stromverträge für Mitarbeitende.

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Als Praxisbeispiel nutzte Vector sein Lade- und Lastmanagementsystem vCharM, das dynamisches, netzdienliches Laden ermöglicht. In Kombination mit einem externen Abrechnungssystem entstand ein Szenario, das als Blaupause für künftige Lösungen gilt. Die Umsetzung zeigt, dass die Anforderungen der Förderrichtlinie BASE BW – wie hoher PV-Anteil oder transparente Abrechnung – schon heute erfüllbar sind.

Das Banula-Konsortium vereint starke Partner: TransnetBW, SmartLab, OLI Systems, die Schwarz Gruppe, die Universität Stuttgart, die Kanzlei bbh, badenova und Vector. Ziel ist der Aufbau eines öffentlichen, diskriminierungsfreien Ladenetzes für Lkw in Baden-Württemberg.

Für Bauunternehmen sind diese Entwicklungen praxisrelevant: Nur mit einem verlässlichen Ladenetz lassen sich alternative Antriebe wirtschaftlich nutzen. "Das Beispiel vom Vector Campus verdeutlicht: Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw muss nicht kompliziert sein – wenn intelligente Konzepte wie das Durchleitungsmodell genutzt werden."

Dieser Artikel erschien zuerst in der Oktober-Ausgabe des Baugewerbe Magazins.

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