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Artikel und Hintergründe zum Thema

Infrastruktur in Deutschland

Damir Mioc,

Echterhoff stellt die Weichen in großem Stil

Unter Federführung der Bauunternehmung Gebr. Echterhoff wird derzeit eines der herausforderndsten Infrastrukturprojekte Deutschlands realisiert: die statische Ertüchtigung und Instandsetzung der ca. 750 m langen Decatur-Brücke.

Rund 55 Bahngleise verlaufen direkt unter der Brücke – die logistische Herausforderung könnte kaum größer sein © Echterhoff

Diese Verstärkung liegt nach derzeitigem Stand voll im Plan. Die Brücke, benannt nach Seevetals US-Partnerstadt Decatur, führt über den Rangierbahnhof Maschen – Europas größten seiner Art – und ist damit ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für die Region sowie ein essenzieller Zugang zum bahneigenen Gewerbegebiet und dem Fernbahnhof Maschen.

Seit ihrer Sperrung im Jahr 2016 war die Verbindung zwischen den Ortsteilen Maschen und Hörsten unterbrochen. Der Grund waren hauptsächlich sichtbare Schäden. Mit einer Patentbauweise, bei der unter anderem Leichtbeton im Bereich der Brückenkappen zum Einsatz kommt, wird die Decatur-Brücke nun "erleichtert". Hierdurch können die erforderlichen neuen statischen Nachweise erbracht und die Brücke mit modernster Technik fit für die Zukunft gemacht werden.

Alles Gute kommt von oben

Rund 55 Bahngleise verlaufen direkt unter der Brücke – die logistische Herausforderung könnte kaum größer sein. Dennoch laufen die Arbeiten mit minimalen Einschränkungen für den Bahnbetrieb. "Entgegen der herkömmlichen Bauweise führen wir alle Arbeiten von oben aus – ein Vorgehen, das in dieser Form einzigartig ist und welches wir europaweit patentieren ließen", erklärt Lucas Wehrmann, Bauleiter bei Echterhoff. Das Besondere: Die Brückenelemente werden segmentweise in 24-Stunden-Sperrpausen montiert – es gibt keine dauerhafte Beeinträchtigung des laufenden Zugverkehrs. Zudem werden jeweils zwei Kappensegmente à 12 Meter (Ost/West) ausgebaut und durch neue ersetzt. Im Mittelpunkt der statischen Ertüchtigung und Instandsetzung steht der Austausch der Brückenkappen:

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• Die alten, schweren Stahlbeton-Kappen mit asbesthaltigen Abstandshaltern werden durch moderne Hybridkappen aus Leichtbeton ersetzt

• Die Umstellung des Berührschutzes von horizontaler auf vertikale Anordnung stellt eine zentrale Maßnahme dar, da sie die statische Beanspruchung im Bereich des Kragarmanschnitts verringert

• Die vorgefertigten Hybridsegmente werden kraftschlüssig eingebaut und machen aufwendige Schalungsarbeiten über den Gleisen überflüssig

Schneller Baufortschritt

Die Sanierung durch Echterhoff erfolgt in zwei Etappen: Zunächst wird der Abschnitt auf der Hörstener Seite fertiggestellt. Danach folgt der Bereich zwischen Bahnhofs- gelände und Maschener Seite. Ist alles im Zeitplan, wird die Brücke im Jahr 2026 wieder für den Verkehr freigegeben – rechtzeitig, um 2027 erforderlichenfalls auch als Umleitungsstrecke für Brückenerneuerungen der Autobahn GmbH über die Bundesautobahn A1genutzt zu werden.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Oktober-Ausgabe des Baugewerbe Magazins.

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