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Artikel und Hintergründe zum Thema

Baugewerbe On Tour

Kai Ingmar Link,

Maßgeschneiderte Lösungen von Goldhofer

Ein Mitarbeiter von Goldhofer während der Fertigung von Stahlbauteilen © Pelemedia

Gegründet im Jahr 1946, hat sich Goldhofer seit den 1970er auf Anhänger und selbstfahrende Schwerlastmodule spezialisiert. Der Fokus liegt nicht nur auf hydraulischen Systemen und der richtigen Steuerung.

Im Zentrum steht immer der Kunde. Gemeinsam mit den Kunden entwickelt Goldhofer permanent neue Fahrzeuge und sucht passende Lösungen für die jeweiligen Aufgaben. "Wir verfügen über ein Standard-Portfolio, das wir nach Möglichkeit den Kundenwünschen anpassen", sagt Günther Vogel, Gebietsverkaufsleiter bei Goldhofer. Und so sieht das in der Praxis aus: Der Kunde erklärt, welche Aufgaben das gewünschte Fahrzeug erledigen soll.

In der Stahlbauabteilung entstehen neue Goldhofer-Anhänger © Pelemedia

In mehreren Gesprächsrunden erfolgt die Feinabstimmung: "Unser erfahrenes Sales-Team begegnet jedem Partner immer auf Augenhöhe und berät immer ehrlich." Grundlage jedes Auftrags bildet ein Basisfahrzeug, das entsprechend konfiguriert wird. Dabei setzen die Memminger auch auf Komponenten hochkarätiger Hersteller wie RUD Ketten. "Das Fahrzeug muss sich an die Zugmaschine anpassen", ergänzt Vogel insbesondere mit Blick auf die Starline. Passt etwa ein Stepstar nicht hundertprozentig, werden Schwanenhals und Königszapfen – also die Bauteile, mit denen der Sattelauflieger an die Zugmaschine gekoppelt wird – angepasst. So kann unter anderem der Durchlenkradius optimiert werden. "Wichtig ist bei der sogenannten Gesamtzugabstimmung auch die Länge des Gespanns."

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Ist der Zug zu lang, könnte der Betreiber seine Dauergenehmigung verlieren – auch hier steht das Goldhofer-Team allen Interessenten beratend zur Seite.

Goldhofer - Qualität im Detail

Zwei Mitarbeiter geben einem Trailstar aus dem Hause Goldhofer den letzten Schliff © Pelemedia

Nach Fertigstellung erhält der Kunde eine intensive Einweisung in die unterschiedlichen Funktionen. Der Kundenservice von Goldhofer hört damit allerdings nicht auf. "Wir bieten unter anderem drei zusätzliche Jahre Gewährleistung auf den Rahmen", sagt Günther Vogel.

Zusätzlich bietet der Hersteller von Anhängern und Schwerlastmodulen auch eine umfassende Wartung und Aufbereitung an. "Auf dem Markt ist bekannt, dass Goldhofer-Fahrzeuge sehr langlebig sind. Das spiegelt sich auch in dem hohen Wiederverkaufswert wider."

Die Fertigung erfolgt bei Goldhofer nach dem Baukastenprinzip © Pelemedia

Die Entwicklungsabteilung ist stets bemüht, die Langlebigkeit der Produkte zu verbessern. "Ein Beispiel sind die Seitenschiffchen der Starline", erklärt Marketing & PR Manager Florian Bischofberger. Diese sind aus einer Polymerverbindung, die besonders stabil ist. "Die Schiffchen können bis zu gut 30 Grad verformt werden, ohne kaputtzugehen."

Auch das Thema Arbeitssicherheit steht weit oben auf der Agenda. Um die Ladungssicherung zu erhöhen und beim Betreten der Ladefläche Unfälle zu vermeiden, hat Goldhofer zusammen mit DOW den Traffideck Go entwickelt. Dieser aufgegossene Bodenbelag mit Besandung verfügt über einen mit konventionellem Gummi vergleichbaren Reibbeiwert und reduziert gleichzeitig das Eigengewicht.

Effizienz und Qualität bei Goldhofer

Ergonomie im Fokus - Die Installation der Kabel und Ausstattung erfolgt bei Goldhofer oft über Kopf © Pelemedia

Goldhofer setzt auf über 100.000 m² Werksfläche auf Lean Production. In einer Linienproduktion werden alle Schritte zur Fertigstellung in einem Prozess von den gut 780 Mitarbeitenden durchgeführt. "Die einzelnen Fahrzeuge kommen auf der einen Seite in die Halle, drehen am Ende um und kommen auf der anderen Seite zurück", erklärt Bischofberger. In jeder der eigenen Produktionshallen stellen die Mitarbeitenden also in zwei Linien neue Fahrzeuge her. Stolz ist das Unternehmen auf seinen Stahlbau.

"Wir verzichten hier ganz bewusst auf Roboter. Der Mensch kann einfach sicherer mit dem Material umgehen und auf unerwartete Umstände ohne Qualitätsverlust reagieren."

Waschanlage - nicht nur aus Gründen der Sicherheit werden die Bauteile vom Goldhofer-Team in Memmingen gereinigt © Pelemedia

Grundlage der Produktion von Goldhofer ist das Baukastenprinzip: Alle Schwerlast-Module sind individuell anpassbar und können kombiniert werden. Auch die Starline-Produkte bestehen aus einzelnen Komponenten, die untereinander angepasst und kombiniert werden können.

Stepstar und Trailstar von Goldhofer

Mit dem Stepstar hat Goldhofer einen nachlaufgelenkten Sattelauflieger für den täglichen Transporteinsatz entwickelt. Die drei- bis sechsachsigen Auflieger eignen sich für Transporte mit maximal 12 Tonnen Achslast im Nutzlastbereich von bis zu 84 Tonnen. Für ein Höchstmaß an Langlebigkeit sind die Sattelauflieger mit robusten und wartungsarmen Premium-Komponenten ausgestattet, zum Beispiel mit Achsen und Sattelstützen von BPW, einer Heckabstützung mit automatischer Höheneinstellung und komfortabler Fußbedienung und einem Ermax-Voll-LED-System für gute Beleuchtung.

In der hauseigenen Lackiererei werden die Goldhofer-Fahrzeuge lackiert © Pelemedia

Ein wichtiger Begleiter des Baugewerbes von Goldhofer ist der Trailstar. Der drei- bis fünfachsige luftgefederte Anhänger bietet viel Flexibilität und Qualität bei maximaler Gewichtseinsparung. Er bietet eine optimale Nutzung der Ladeflächenlänge und des Beladungsschwerpunkts durch seine vorgezogenen Außenfelder. Außerdem hat der Trailstargut eine Tonne weniger Eigengewicht als vergleichbare Fahrzeuge.

Goldhofer - Lenkung im Fokus

Nicht nur Stepstar und Trailstar - Goldhofer fertigt auch Spezialfahrzeuge, wie hier ein Fahrzeug für den Schienenbau © Pelemdia

"Die Frage, welche Lenkung der Kunde braucht, ist ein entscheidender Faktor", so Günther Vogel. Je nach Aufgabenprofil empfehle sich eine nachlaufgelenkte Variante oder die zwangsgelenkte Version. "Die Topografie ist entscheidend. Für Transporte, die in erster Linie auf der Autobahn stattfinden, ist eine Nachlauflenkung optimal. Im unwegsamen Gelände ist die Zwangslenkung die bessere Wahl", so Günther Vogel. Die Achsen der hydraulisch zwangsgelenkten Fahrzeuge können je nach Topografie via Fernbedienung auf andere Lenkwinkel angepasst werden. "Das ist gerade im innerstädtischen Bereich wichtig, wo wir oft nur wenig Platz haben." Die Steuerung trägt also deutlich zur besseren Manövrierfähigkeit bei.

In dieser Halle holen die Kunden ihre Fahrzeuge ab und verlassen nach einer Einweisung durch das geschulte Goldhofer mit dem Anhänger im Schlepptau das Werksgelände. © Pelemedia

Dieser Vor-Ort-Bericht erschien zuerst in Ausgabe 07-08_2024.

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