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Artikel und Hintergründe zum Thema

Deutscher Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV)

Achim Dathe,

Holzbauten wachsen in den Himmel

Mehrgeschosser mit vorgefertigten Neubauelementen, Aufstockungen oder Serielle Sanierung: Der Holzbau besitzt eine bemerkenswerte Vielfalt innovativer Konstruktionen. DHV-Vizepräsident Michael Eyrich-Halbig sagt, warum er den Holzbau im Aufwind sieht.

„Mehrgeschosser werden immer öfter aus Holz bestehen“, sagt Zimmerermeister Michael Eyrich-Halbig, Innungs-Obermeister und DHV-Vizepräsident © Marius Thessenvitz

Die Herausforderung lautet: "Das Bauen, Modernisieren und Sanieren von Gebäuden muss deutlich schneller gehen als bisher und normales Wohnen wieder bezahlbar werden! Außerdem ist der überbordende baubegleitende Verwaltungsaufwand auf das Notwendigste zu beschränken.", fordert Holzbauunternehmer Michael Eyrich-Halbig in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Deutschen Holzfertigbau-Verbandes (DHV).

Fachleute prognostizieren für die Zukunft eine zunehmende Verwendung von Naturbaustoffen, die sich zur seriellen Vorfertigung standardisierter Gebäudeelemente in großen Stückzahlen eignen: "Zur Errichtung neuer wie zur Modernisierung und Sanierung bestehender Wohngebäude wird als Baumaterial in allen fünf Gebäudeklassen immer mehr Holz zum Einsatz kommen", erwartet Zimmerermeister Michael Eyrich-Halbig, Geschäftsführer des gleichnamigen mittelständischen Holzbauunternehmens in Oberthulba/Bayern.

Holzbau-Praktiker und Obermeister

Der erfahrene Holzbau-Praktiker Eyrich-Halbig, der auch Obermeister der Zimmerer-Innung Bad Neustadt/Bad Kissingen ist, gehört seit 2021 dem Vorstand des Deutschen Holzfertigbau-Verbandes an. Im Herbst 2024 wurde er einstimmig zum neuen Vizepräsidenten des DHV gewählt; er spricht somit für mehrere Hundert mittelständische Bauunternehmen und Zulieferbetriebe, die einem oder mehreren der drei holzwirtschaftlichen Verbände DHV (Deutscher Holzfertigbau-Verband), 81fünf high-tech & holzbau AG und/oder der Vereinigung ZimmerMeisterHaus (ZMH) angehören.

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Aus alt mach neu: Die Zukunft des Wohnens in Deutschland wird maßgeblich mit dem nachwachsenden Werkstoff Holz gestaltet © Stefan Thessenvitz

"Es ist außerordentlich erfreulich, dass sich die neue Bundesbauministerin so klar zum verstärkten Bauen mit Holz bekennt! Zur Beschleunigung und Kostendämpfung wird Verena Hubertz in enger Abstimmung mit der Bauministerkonferenz darüber hinaus die Digitalisierung der Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren sowie die Verschlankung der baubegleitenden Verwaltungsvorschriften und -akte zu forcieren haben", ist Michael Eyrich-Halbig überzeugt.

Deutlich schneller bauen

"Es gilt, das Bauen und Sanieren von Wohngebäuden aller Größen enorm zu beschleunigen, sozusagen aus dem Stand auf maximalen Schub umzuschalten. Dabei ist in Bund und Land zuvorderst die Politik gefragt, die in engstmöglichem Zusammenwirken mit der gesamten Bauwirtschaft einen funktionalen Rahmen schaffen muss, der mehr Chancen bietet als Auflagen macht", fordert Zimmerermeister Michael Eyrich-Halbig aus der Sicht des Unternehmers. Häuser so schnell wie möglich neu zu errichten oder Bestandsgebäude so umzubauen und zu modernisieren, dass zeitgemäßes Wohnen zum Normalzustand für alle Bundesbürger wird – dieses Ziel gilt es nach den Worten des DHV-Vorstandsmitglieds zu fokussieren.

Mehr Standardisierung

Holzbauunternehmer Eyrich-Halbig macht sich für konsequente Standardisierung und Vorfertigung von Bauteilen stark: "Geschossdecken, Innen- und Außenwände, Treppen, Dachelemente und andere Holzkonstruktionen mehr lassen sich hervorragend in der Halle vorfertigen, ohne dass die Mitarbeiter/-innen des Herstellerbetriebs oder das verwendete Baumaterial den Launen des Wetters ausgesetzt wären", sagt der erfahrene Holzbau-Praktiker aus Oberthulba. Das betrifft sowohl Neubauten, deren Bauteile seiner Einschätzung nach zunehmend aus dem nachwachsenden Naturwerkstoff Holz bestehen werden, als auch die Aufstockung, Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden. Dementsprechend hat der Deutsche Holzfertigbau-Verband einen Arbeitskreis gegründet, der sich mit allen erdenklichen Aspekten des seriellen Sanierens auseinandersetzt. Resultierende Erkenntnisse stellt der DHV planenden und ausführenden Mitgliedsbetrieben als konkrete Handlungsempfehlungen zur Verfügung.

Darauf kommt es an

DHV-Mitgliedsunternehmen zeigen, dass und wie es geht: Das Seniorenheim verbindet bauliche Attraktivität mit energetischen Vorzügen © Stefan Thessenvitz

Beim seriellen oder modularen Bauen kommen Komponenten zum Einsatz, die in großen Stückzahlen bauartgleich in Industriemanier gefertigt worden sind. Das ist wirtschaftlicher, als ein Gebäude in Handarbeit aus einer großen Vielzahl unterschiedlicher Teile zusammenzusetzen. "Bis ins kleinste Detail unverwechselbar aus Teilen in Losgröße 1 zu bauen, können sich immer weniger Bauherren leisten. Man mag diesen Solitärcharakter früher für erstrebenswert gehalten haben; heute wirkt das aber fast schon aus der Zeit gefallen. Schließlich bewohnen die meisten Menschen eine einzige Wohnung oder ein einziges Haus, so dass es eigentlich egal ist, ob andere Immobilien in der Nachbarschaft den gleichen Grundriss haben oder ein ähnliches Fassadenbild aufweisen. Am Wohnkomfort jeder einzelnen Wohnung ändert sich rein gar nichts dadurch, dass andere Mieter oder Eigentümer in identisch oder zumindest sehr ähnlich geschnittenen Räumlichkeiten leben", führt Michael Eyrich-Halbig weiter aus.

Eine Chance, schnell und kostengünstig zu mehr Wohnraum zu gelangen, liegt nach Meinung des Holzbau-Experten auch im modularen Bauen: "Wenn wir komplette Räume wie beispielsweise Nassräume bzw. Bäder schon in der Werkhalle des Holzbaubetriebs mit allen technisch erforderlichen Anschlüssen, Rohren, Elektroleitungen und anderen Versorgungswegen ausstatten, geht das sehr viel präziser und zügiger vonstatten als mit Einzelelementen auf der Baustelle", ist Eyrich-Halbig überzeugt.

Eigenständiges Erscheinungsbild

Aus städtebaulicher Sicht ist wünschenswert, dass modular konfigurierte Häuser oder Bestandsgebäude, deren Hülle mit seriell gefertigten Fassadenelementen modernisiert werden, neben baugleichen anderen nicht uniformen Plattenbauten ähneln, wie man sie aus der ehemaligen DDR kennt. Auch sollten neue Modulhäuser nicht wie gestapelte Kleintafelbauten wirken, wie sie in den 1960er- und 1970er-Jahren in Versandhauskatalogen zu finden waren. "Moderne modulare Konfigurationen sollen architektonischen Charme versprühen!", regt Zimmerermeister Michael Eyrich-Halbig eine stilbewusste Gestaltung von Baukörpern an.

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