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Artikel und Hintergründe zum Thema

Schmierstoffe

Max Kandler,

Zeller+Gmelin präsentiert neues Schmierstoffkonzept für E-Achsen

Die Elektrifizierung von Fahrzeugantrieben schreitet weiter voran. Damit steigen auch die Anforderungen an die eingesetzten Schmierstoffe. Klassische Getriebeöle, die für konventionelle Antriebe entwickelt wurden, stoßen bei hochintegrierten E-Achsen zunehmend an ihre Grenzen. Zeller+Gmelin aus Eislingen hat mit Divinol Synthogear ETF ein Electronic Transmission Fluid entwickelt, das gezielt auf die Betriebsbedingungen moderner E-Mobilitätsplattformen abgestimmt ist.

Schmierstoffentwicklung im Zeller+Gmelin-Labor: Modernste Prüf- und Analysemethoden sichern die Performance und Zuverlässigkeit der Produkte von der ersten Idee bis zur Serienreife. © Zeller + Gmelin

E-Achsen vereinen Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik in einem kompakten Bauteil. In trockenen Systemen sorgt das Fluid ausschließlich für die Schmierung des Getriebes. Hier sind niedrige Reibung, zuverlässiger Verschleißschutz und thermische Stabilität entscheidend. In nassen Systemen arbeiten Motor und Getriebe im gemeinsamen Ölbad. Das Fluid übernimmt in diesem Fall die elektrische Isolation, unterstützt die Wärmeabfuhr von Wicklungen und Inverter und bleibt dabei mit Materialien wie Kupfer, Elastomeren und Isolierlacken kompatibel.

Auch die Getriebearchitektur hat Einfluss auf die Anforderungen. Einstufige Übersetzungen sind vergleichsweise moderat belastet, während mehrstufige Systeme höhere Scherkräfte sowie unterschiedliche Druck- und Temperaturzonen erzeugen. Entwickler benötigen daher ein Fluid, das ein breites Eigenschaftsspektrum abdeckt und sich flexibel an unterschiedliche Einsatzbedingungen anpassen lässt.

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Leistungsprofil von Divinol Synthogear ETF

Das Schmierstoffkonzept von Zeller+Gmelin basiert auf vollsynthetischen Grundölen. Die Kombination aus PAO- und Esterkomponenten sowie einer abgestimmten Additivtechnologie ermöglicht es, die Anforderungen in trockenen und nassen Systemen gleichermaßen zu erfüllen. Divinol Synthogear ETF weist eine hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit auf, die Wicklungen zuverlässig schützt. Verschleißschutz für Verzahnungen, Lager und Dichtflächen sowie thermische und oxidative Stabilität gewährleisten den Einsatz auch bei Dauertemperaturen über 150 °C.

Die niedrige Viskosität verbessert die Energieeffizienz des Systems und unterstützt ein sicheres Kaltstartverhalten. Kontrolliertes Schaumverhalten und geringe Luftaufnahme stellen sicher, dass Kühlleistung und Schmierung auch unter dynamischen Lastbedingungen stabil bleiben. Gleichzeitig ist das Fluid mit einer Vielzahl von Materialien verträglich, wodurch das Risiko von Dichtungsausfällen oder elektrischen Kurzschlüssen verringert wird.

Nutzen für Hersteller und Entwickler

Für OEMs und Systementwickler bietet Divinol Synthogear ETF mehrere funktionale Vorteile. Es schützt sämtliche Systemkomponenten, reduziert Reibungsverluste und unterstützt die Wärmeabfuhr, wodurch Energieverbrauch und Reichweite optimiert werden können. Die universelle Einsetzbarkeit in trockenen und nassen E-Motoren sowie in ein- und mehrstufigen Getrieben erleichtert die Modularisierung von Antriebskonzepten. Eine hohe Alterungsbeständigkeit trägt zu verlängerten Wechselintervallen und reduziertem Wartungsaufwand bei.

"Mit Divinol Synthogear ETF liefern wir ein Fluid, das die Anforderungen trockener und nasser Systeme gleichermaßen abdeckt", erklärt Andreas Krapf, Produktmanager Automotive/Kfz-Sonderprodukte bei Zeller+Gmelin. "Wir haben bei der Entwicklung besonderen Wert auf elektrische Eigenschaften und Materialverträglichkeit gelegt, da diese Faktoren für die Sicherheit und Lebensdauer moderner E-Achsen entscheidend sind."

Breites Anwendungsspektrum

Das Schmierstoffkonzept eignet sich für unterschiedliche Plattformen und Bauformen elektrischer Antriebe. Dazu zählen trockene Getriebe mit separatem Elektromotor ebenso wie integrierte Achssysteme, bei denen Motor und Getriebe ein gemeinsames Ölbad nutzen. Divinol Synthogear ETF kann in Fahrzeugen mit Hochvoltarchitekturen von 400 bis 800 Volt eingesetzt werden, einschließlich Systemen mit direkter Ölkühlung des Elektromotors.

Bereit für kommende Generationen

Divinol Synthogear ETF ist auf künftige Anforderungen vorbereitet. Es zeigt Kompatibilität mit Spannungen über 800 Volt, reduziert Lagerströme und Erosion durch gezielte Additivierung und bleibt auch bei höheren Öltemperaturen stabil, wie sie durch Downsizing und steigende Leistungsdichten entstehen. Die lange Lebensdauer und Energieeffizienz des Fluids leisten zudem einen Beitrag zur Reduktion des CO₂-Footprints.

"Wir beobachten, dass OEMs zunehmend Fluide nachfragen, die nicht nur heutige, sondern auch zukünftige Anforderungen abdecken", ergänzt Andreas Krapf. "Mit Divinol Synthogear ETF können wir diesen Bedarf bedienen und gleichzeitig die Entwicklungsarbeit unserer Kunden vereinfachen, da ein Fluid für verschiedene Achs- und Antriebskonzepte einsetzbar ist."

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