Aus den Verbänden

BGVHT/Kai Ingmar Link,

Bauen muss in Hessen zur Chefsache werden

Der Wohnungsbau in Deutschland steckt in einer anhaltenden Krise, die sich auch in Hessen besonders deutlich zeigt. Im August 2023 sanken laut dem Hessischen Statistischen Landesamt die Baugenehmigungen für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,4 %. Die Aussichten für die verbleibenden Monate des Jahres bieten wenig Anlass zu Optimismus. Anstatt darauf zu hoffen, dass das Problem auf Bundesebene gelöst wird, ist es von entscheidender Bedeutung, dass auch die nächste hessische Regierung Schritte unternimmt, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln.

Thomas Reimann, Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V © BGVHT

„Der Bau von Wohnungen muss in der nächsten Legislaturperiode ganz oben auf die Tagesordnung“, fordert Thomas Reimann, Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V., angesichts der kürzlich stattgefundenen Landtagswahl. „Die Anforderungen im Bereich Planung und Bau sind äußerst komplex. Dem gegenüber steht der Zeitdruck, schnell und unkompliziert angemessenen Wohnraum für die Bevölkerung zu schaffen. Denn der Wohnraummangel zieht auch weitere Probleme nach sich und kann sich zu einem echten Standortnachteil für unser Bundesland entwickeln. Wenn Fachkräfte in Ballungsgebieten keinen angemessenen Wohnraum mehr finden können, verstärkt dies den ohnehin schon drastischen Fachkräftemangel erheblich.“
Reimann betont, dass von der zukünftigen Landesregierung dringend Schritte unternommen werden müssen, um Bauprozesse zu vereinfachen, langfristig Kosten zu senken sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Beispiele dafür gibt es laut ihm reichlich: „Müssen die Anforderungen an den Schallschutz bei uns auf dem derzeitigen Niveau bleiben? Während in Paris und Antwerpen eine Deckenstärke von 20 bzw. 28 cm als ausreichend empfunden wird, liegt diese in Deutschland bei 30-40 cm. Auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit könnte man darüber nachdenken, die Anforderungen anzupassen, denn ein großer Anteil der grauen Energie verschwindet in Decken und Wänden.“

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Um dem Thema Wohnen auch zukünftig angemessene Bedeutung zu geben, muss es in der nächsten Legislaturperiode mit einer noch größeren Priorität vom Wirtschaftsministerium angegangen werden. Gegebenenfalls muss ein eigenes Ministerium mit den Zuständigkeiten im Bereich Bauplanung, Bauordnung, Stadtentwicklung, Wohnraum- und Städtebauförderung sowie Verkehr geschaffen werden.
„Hessen hat die Möglichkeit zur Initialzündung für den Wohnungsbau in der ganzen Bundesrepublik“, so Thomas Reimann abschließend. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es eine besondere Chance für den zukünftigen Ministerpräsidenten Boris Rhein und sein Kabinett die Ideen und Vorschläge der Bau- und Immobilienwirtschaft im nächsten Koalitionsvertrag zu berücksichtigen, um verlorenes Vertrauen bei den Investoren zurück zu gewinnen, mehr Deregulierung zu wagen und mehr Wohnraum zu ermöglichen.“

Die Herausforderungen der Bauindustrie: Eine Analyse der aktuellen Baukrise
Die Bauindustrie sieht sich gegenwärtig mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, die als "Baukrise" bezeichnet werden müssen. Diese Krise hat weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Baubranche, angefangen bei der Materialbeschaffung bis hin zur Fertigstellung von Bauprojekten.

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